Ade-san im Ruhestand

Er war Bezirksvorsteher der neuapostolischen Gemeinden in Japan – 48 Jahre lang Amtsträger, ein halbes Jahrhundert. Am letzten Juli-Sonntag verabschiedete Bezirksapostel Urs Hebeisen den Arzt aus Deutschland in den wohlverdienten Ruhestand.

Dr. Wolfgang Ade ist ein bekannter Mensch, nicht nur in Japan. Aber dort besonders. Seit 1981 bereits lebt er im Land der aufgehenden Sonne. Vor 70 Jahren wurde er in Stuttgart/Deutschland geboren. Nach Japan zog es ihn der Liebe wegen. Seine Frau Shizuko ist Japanerin. 36 Jahre wohnen sie nun in Tokio, haben eine Tochter. Beide kennen sich schon lange, während seiner Studienzeit kam sie nach Europa. Ihre berufliche Existenz bauten sie in Japan auf. Bis heute ist Dr. Ade dort Dozent an der medizinischen Fakultät der Dokkyo Medical University in Mibu. Dort betreut er ein Kooperationsprogramm mit der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und begleitet umgekehrt auch Gruppen von japanischen Studierenden während ihres Aufenthalts in Deutschland.

Bezirksleiter in Japan – eine Herausforderung

Rückblende: 1983. Der damalige Apostel Erwin Wagner aus Kanada ordinierte ihn in das Priesteramt. Er tat das völlig unvermittelt und unerwartet. Doch Ade sagte ja und stand dazu! Und als sein Vorgänger, der Bezirksevangelist Yoshiharu Yahata im Jahr 2008 in den Ruhestand wechselte, übernahm Priester Ade die verantwortungsvolle Aufgabe des Bezirksvorstehers für Japan. Seinerzeit übertrug ihm der Bezirksapostel Leslie Latorcai dazu das Hirtenamt.

Nun also nach 48 Amtsjahren geht er in den Ruhestand. In den Abschiedsworten am Altar sagte Bezirksapostel Urs Hebeisen zu seinem Mitarbeiter und Freund: „Wenn Treue einen Namen braucht, dann Ade-san.“ Er sei in all den Jahren ein Mann des Glaubens gewesen, der unermüdlich für die Kirche in Japan unterwegs gewesen sei. Dort gebe es nur wenige neuapostolische Mitglieder und die Distanzen zwischen den Gemeinden sind weit. Sein Ruhestand sei deshalb auch sehr verdient. Der Bezirksapostel wisse aber auch, dass Wolfgang Ade weiter die Kirche unterstützen wolle.

Nachfolger ist Japaner

Priester Akihiro Kadohira wurde im Gottesdienst als sein Nachfolger bestimmt. Der 54-Jährige ist Japaner. Dazu sagte Bezirksapostel Hebeisen: „Die Nationalität spielt eigentlich keine Rolle für die Leitung eines Kirchenbezirkes.“ Dennoch sei es höchstwillkommen, dass der zukünftige Bezirksvorsteher wieder ein Japaner ist.

Tore der Gerechtigkeit

Der Gottesdienst stand unter dem Psalmwort 118,19: „Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.“ Durch den Glauben an Jesus Christus seien die Tore der Gerechtigkeit geöffnet worden, betonte der Kirchenleiter. „Er ist unser Tor. Klopfen wir an, damit er uns öffnet.“ Durch diesen Glauben an den Herrn, so der Bezirksapostel an die Gemeinde, entstünden gute Werke des Glaubens: Mitleiden, Vertrauen, Geduld und Dankbarkeit.

Am Tag zuvor hatte Bezirksapostel Hebeisen übrigens einen Ehebund gesegnet: Priester Thomas Bayer und seine Verlobte Akie traten in den Stand der Ehe. Wahrlich, ein besonderes Highlight, dieses Wochenende in Japan.

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Peter Johanning
9.08.2017
Japan, Gemeindeleben, Persönlichkeiten