„Bleiben im Hause des Herrn“ – Der dreifache Tempel

Wo findest du Gott? Überall, oder? Schließlich ist er allgegenwärtig. Und wo erlebst du Gott? Da, wo er zuhause ist. Ein Gottesdienst über drei Orte, wo Gott wohnt.

„Ein absoluter Alptraum für alle Übersetzer.“ – So bezeichnete Stammapostel Jean-Luc Schneider das Bibelwort für den Gottesdienst am 30. Juli 2017 in Zepernick (Deutschland): „Eines bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des Herrn bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu betrachten“ (Psalm 27,4).

Denn wo in der deutschen Übersetzung „Gottesdienst“ steht, da heißt es „Schönheit“ im Englischen und Spanischen sowie „Herrlichkeit“ im Französischen. „Der Psalmist wusste: Wenn ich die Zuwendung Gottes in vollen Zügen genießen will, dann muss ich in das Haus Gottes kommen“, sagte der Kirchenleiter und deutete den Tempel auf dreifache Weise.

Der Dienst Gottes an den Menschen

„Im Gottesdienst können wir Gott erleben.“ Allerdings: „Es ist nicht der Gottesdienst der Menschen, es ist der Dienst, den Gott den Menschen leistet.“

  • „Wir lernen zuerst den herrlichen Willen Gottes kennen. Was ist denn der Wille Gottes? Gott will dein Heil, will mein Heil und will das Heil des Nächsten.“
  • „Wenn alle Menschen am Ende ihrer Kunst und ihres Wissens sind: Gott weiß immer einen Ausweg. Gott hat immer eine Lösung. Gott hat immer eine Antwort.“
  • „Auch wenn wir etwas ganz Schlimmes gemacht haben – wenn wir Reue empfinden, sagt uns Gott: ,Es ist alles gut. Ich habe dir vergeben.‘“
  • „Die Gegenwart Gottes, die wir bei der Feier des Heiligen Abendmahles erleben können. Wo der Herr Jesus sagt: ,Du, ich lieb dich ganz persönlich. Für dich bin ich gestorben. Ich bin hier heute mit dir. Ich bin dir ganz nahe.‘“

„Ich weiß, dass nicht jeder Gottesdienst ein herausragendes Ereignis ist“, betonte der Stammapostel und verwies auf die Weisheit des Psalmisten: „Er möchte im Hause des Herrn bleiben, weil er ganz genau weiß: Ja, einmal kommen reicht nicht. – Die Wirksamkeit des Heiligen Geistes durch Wort und Sakrament kann man erst in der Länge erleben.“

Die Nähe Gottes in der Gemeinschaft

„Wenn wir die Gegenwart Gottes erfahren wollen, dann können wir das nicht als einsamer Mensch erleben. Um die Zuwendung Gottes in voller Weise zu erleben, muss man Teil der Gemeinschaft der Gläubigen sein – Teil der Kirche Christi.“

Das Gebet, im Hause des Herrn zu bleiben, bedeute dann konkrete Bitten an Gott:

  • „Hilf mir immer wieder, das Trennende zu überwinden.“
  • „Lass mich, was auch geschieht, erkennen: Du hast uns zusammengeführt.“
  • „Gemeinsam wollen wir dienen. Gemeinsam wollen wir arbeiten. Gemeinsam wollen wir überwinden.“

Und wie lässt sich die Herrlichkeit Gottes in der Gemeinschaft erleben?

  • „Wo die Gemeinde zusammenkommt im Namen Jesu Christi, und betet gemeinsam im Sinn und Geist Jesu Christi, da antwortet Gott. Er macht nicht unbedingt, was wir erwartet haben. Aber er antwortet.“
  • „Wenn man sieht, wie Gott mit seinen Kindern umgeht. Wie er manchmal mit dem einen oder anderen Schwachen so geduldig ist und trotz allem lässt er ihn erfahren: ,Ich liebe dich weiter wie eh und je.‘“
  • „Weil er durch unseren Bruder, durch unsere Schwester tröstet, stärkt und hilft. Und da muss man sagen: ,Dich hat jetzt der liebe Gott gesandt.‘“

Die Wohnung Gottes im Menschen

„Dann gibt’s noch einen dritten Tempel: Gott, der Heilige Geist, hat dauernd Wohnung in uns genommen“, betonte der Stammapostel. „Das möge auch unsere Bitte sein, dass wir diese Gabe Gottes, diese Präsenz Gottes in uns immer wieder erleben.“ Aber: „Dafür müssen wir auch in diesen Tempel gehen: Wir sollen in uns hineingehen und betrachten, was Gott mit uns gemacht hat, was er mit uns macht und was er mit uns vorhat.“

Dann „kommen die Gedanken aus dem Heiligen Geist. Der sagt nicht, welches Auto ich kaufen soll, wo ich Urlaub machen soll und nicht mal, wen ich heiraten soll. Das ist etwas anderes. Aber der Heilige Geist erinnert mich daran, was für mein Heil wichtig ist, wo ich die Prioritäten setzen soll und was ich mit meiner Seele machen soll. Er schenkt Orientierung.“

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Andreas Rother
3.10.2017
Deutschland, Stammapostel, Gottesdienst