Dreieinig – heilig – apostolisch: Gottesdienste im Juni

Die Nachpfingstenzeit ist da. Darin beginnt in diesem Jahr ein neues Kapitel im Corona-Tagebuch: Die Gottesdienste in den Ortsgemeinden werden wieder möglich, jedenfalls nach und nach und in vielen Ländern. Hier ein Überblick über die Leitgedanken im Monat Juni.

Vielleicht nicht überall, aber doch in vielen Ländern werden Gottesdienste in den Gotteshäusern wieder möglich. Und damit auch die Feier des Heiligen Abendmahls. Etliche Wochen haben Christen in aller Welt darauf gewartet, jetzt rückt das in Reichweite. Die Priester werden wieder ihre Predigtvorlagen nutzen, die Leitgedanken für den neuapostolischen Gottesdienst. Sie geben die Botschaft, die Auslegung und den Kontext der Predigt über einen Bibeltext wider und sollen den Amtsträgern Hinweise zur Predigtvorbereitung liefern.

Gott ist dreieinig

Am Sonntag nach Pfingsten ist traditionell der Gedenktag für die Dreieinigkeit Gottes. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind voneinander verschiedene göttliche Personen, beziehen sich aber immer aufeinander und sind untereinander eins. Sie werden gemeinsam angebetet und verherrlicht. Die Aussage „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ (2. Korinther 13,13) ist nicht nur der liturgische Schlusssatz in neuapostolischen Gottesdiensten, sondern einer der wichtigen Verweise auf die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind eines Wesens und eines Willens.

Gott ist heilig

Die beiden folgenden Sonntage beschäftigen sich mit zwei speziellen Aspekten zum Themenkomplex „Das Werk Gottes“ – und zwar mit den Themen „Heiligkeit“ und „Apostolizität“. Der Gottesdienst am 14. Juni soll zum Ausdruck bringen, dass die Kirche Christi und ihre Glieder von „Heiligkeit“ gekennzeichnet sein sollen. Ein grundlegendes Merkmal der Kirche Christi ist ihre Heiligkeit. Sie hat ihren Grund allein im dreieinigen Gott und nicht in den ihr zugehörigen Menschen. Die Sündhaftigkeit des Einzelnen kann die Heiligkeit der Kirche nicht beschädigen. Warum ist die Kirche heilig? Weil sie dem Heil dient, weil in ihr die Mittel vorhanden sind, um den Menschen zum Heil in die Gemeinschaft Gottes zu führen.

Die Kirche ist apostolisch

Im Gottesdienst am dritten Sonntag im Juni wird die „Apostolizität“ thematisiert, die sowohl inhaltlich als auch personal in der Kirche Christi vorhanden ist und spürbar werden soll. Im neuapostolischen Katechismus wird das in KNK 2.4.3 so erklärt: „Die Kirche ist apostolisch: Die Apostolizität der Kirche hat einen inhaltlichen und einen personalen Aspekt. Apostolisch ist die Kirche zunächst deshalb, weil in ihr das Evangelium von Tod, Auferstehung und Wiederkunft Christi, wie es die urchristlichen Apostel gepredigt haben, verkündigt wird. Die Kirche ist zum anderen apostolisch, weil in ihr das apostolische Amt in gegenwärtig wirkenden Aposteln geschichtliche Realisierung erfährt“.

Zugleich sind die Apostel Diener der Freude. Sie achten darauf, dass das Evangelium Jesu Christi in rechter Weise verkündigt wird und das Heil für jeden Menschen zugänglich ist.

Am Ende steht Errettung

Der letzte Juni-Gottesdienst dient der Vorbereitung auf den Gottesdienst für Entschlafene. Gott gibt Lebenden und Gestorbenen alles aus seiner Fülle, was zur Errettung nötig ist: Er wird allem Mangel abhelfen. Zwar wirken unvollkommene Menschen im Werk Gottes, doch verhindert dies nicht, dass Heil in Wort und Sakrament übermittelt wird. Wenn wir in seinem Reich sind, wird aller Mangel endgültig behoben sein!



Online-Gottesdienste bleiben: Wir machen noch einmal darauf aufmerksam, dass die Videogottesdienste bis auf Weiteres gesendet werden. Nicht jedes Gemeindemitglied wird die Möglichkeit haben, den Gottesdienst im gewohnten Umfang in „seiner Heimatgemeinde“ zu feiern.

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Peter Johanning
2.06.2020