Ins Bild gesetzt (2): Jenseits der guten Kochtöpfe

Bilder erzählen Geschichten und Fotos beantworten Fragen: Entscheidend ist, im richtigen Augenblick auf den Auslöser zu drücken. Und was gehört im Gottesdienst in den Fokus? Ein Überblick über Motive und Möglichkeiten.

„Wer gut kochen möchte, der braucht nicht mehr als ein paar gute Kochtöpfe.“ – Mit diesen Worten steigt Oliver Rütten ganz gerne in seine Workshops ein. Nein, er ist nicht Koch, sondern Fotograf. Und der nac.today-Redakteur führt mit diesen Satz absichtlich in die Irre.

Denn ebenso wie ein Koch braucht auch ein Fotograf mehr als seine Apparate. Beide müssen ihre Sinne beieinanderhaben – der eine Schmecken und Riechen, der andere den Blick für Motive. Hier wie da gibt es Naturtalente. Doch Handwerk lässt sich erlernen. Wichtig ist nur, sich damit zu beschäftigen.

Mit mehr Ruhe: vorher und nachher

Rund um einen Gottesdienst gibt es reichlich Motive. Die Frage ist nur: Was gehört in den Fokus? Und was eher nicht. Erste Antworten geben weiteren Fragen – die sich jeder stellt, der von einem Ereignis erzählen will: Wer ist aktiv? Was passiert? Wo und wann? Wie und warum?

Seine Antworten sucht der Fotograf nicht nur während des Gottesdienstes, sondern auch davor und danach. Dann kann er nicht nur ungestörter arbeiten, sondern gerät auch selbst weniger in die Gefahr, zu einem Störfaktor in andächtiger Atmosphäre zu werden.

Ein paar Möglichkeiten:

  • Vor dem Gottesdienst: Außenaufnahmen, Innenräume, Altar mit Blumenschmuck und Kelchen, Ankunft und Begrüßung, Blick in die Gemeinde, Ehrengäste, Chöre und Instrumentalisten, Orgel, Liednummern, Übertragungstechnik
  • Nach dem Gottesdienst: Gratulation, Verabschiedung, Gespräche, Bibel, Bibelwort, Gesangbuch aufgeschlagen, Programmheft

Eine Auswahl für alle Fälle

In der Praxis hat sich eine Reihe von Standard-Motiven herausgebildet, die allen Zwecken dienen: der persönlichen Erinnerung, dem Druck in Gemeindeblättern, Zeitungen und Zeitschriften oder der Veröffentlichung im Internet.

  • Ort: Gebäude von außen, Kirchensaal innen, Altar, Abendmahlskelche, Blumenschmuck, Dekoration, Bibel. – Wichtig: Der Altarbereich ist heilig. Er darf nur in Ausnahmefällen und mit ausdrücklicher Genehmigung betreten werden.
  • Gemeinde: Begrüßung, Gesang, sitzend während des Gottesdienstes, Blick in die Gemeinde, Noten/Gesangbuch, Verabschiedung
  • Gottesdienst: Dienstleiter, Co-Prediger, Aussonderung, Handlung, Schließen der Kelche. – Wichtig: Segenshandlungen, Sakramente und Ordinationen/Beauftragungen – wenn bislang nicht üblich – unbedingt vorher mit dem Dienstleiter absprechen.
  • Musik: Chor gesamt und in kleineren Gruppen, Orgel und Orgelspieler, Orchester gesamt und in kleineren Gruppen, Solisten auch einzeln

Diese Motiv-Liste ist weder ein Pflichtenheft noch ein Freifahrtschein: nicht alles muss immer und nicht alles darf immer – je nach örtlichen Gegebenheiten. Die Aufzählung soll Fotografen lediglich einen Weg zu abwechslungsreichen Motiven aufzeigen.

Praxis-Tipp von nac.today-Redakteur Oliver Rütten: Wer öfters im Auftrag zur Kamera greift, der kann sich immer mal wieder ein anderes Motive herausnehmen und gezielt umsetzen. So schärft der Fotograf im Laufe der Zeit immer mehr seinen Blick fürs gute Bild.

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Andreas Rother
4.02.2019
Gottesdienste, Medien, Gemeindeleben