Rückblick 2021: Corona und kein Ende

Nicht einmal der Pfingstgottesdienst konnte wie gewohnt stattfinden. Für den Stammapostel und viele Millionen Glaubensgeschwister war es wieder eine, durch die weltweite Pandemie geprägte, schwierige Zeit.

Nun danket alle Gott!“ – dieses fröhliche Danklied eröffnete den Pfingstgottesdienst 2021. Gern hätte der internationale Kirchenleiter alle Bezirksapostel und Bezirksapostelhelfer um sich versammelt. Doch wegen der Corona-Beschränkungen konnten neben den europäischen Bezirksaposteln nur zwei Bezirksapostel von außerhalb Europas nach Zürich kommen. Viele Länder waren als Hochrisikogebiete eingestuft worden, sodass die Bezirksapostel und -helfer nicht in die Schweiz einreisen konnten.

Trotz dieser Abstriche wurde der Pfingstgottesdienst zu einem internationalen Fest! Sich von der Kraft des Heiligen Geistes „treiben zu lassen“, wie es der Apostel Paulus in seinem Brief an Römer ausdrückt, lautete das Thema und ist bis heute Richtschnur für die glaubende Gemeinde.

Gestreamt und gesegnet

Überhaupt ist das Streaming-Angebot von neuapostolischen Gottesdiensten ein echter Segen. Via YouTube, Satellit, Telefon, Fernsehsender, IPTV, … - die Kirche sendet auf allen Kanälen. Das virtuelle Gottesdienst-Angebot ist massiv ausgebaut worden und bringt Gläubige zusammen, tröstet und begeistert – jede Woche.

Mittendrin ausgebremst

Im europäischen Sommer wollte Stammapostel Jean-Luc Schneider seine Reisetätigkeit wieder aufnehmen, doch leider kam es anders. „Ich habe die Tickets: Ich will los!“ – Freudestrahlend und hoffnungsfroh hatte er nach fast anderthalb Jahren corona-bedingter Einschränkungen im Juli die erste Pastoralreise in Länder außerhalb Europas vor Augen. Doch er wurde in vollem Lauf ausgebremst: Weder konnte er nach Sambia noch in die Demokratische Republik Kongo reisen. Mehr als seine eigene Enttäuschung schmerzte ihn die Enttäuschung der Gemeinden vor Ort.

Doch der Kirchenleiter blieb zuversichtlich: „Das ist jetzt nur ein Beispiel. Ich könnte viele andere nennen. Es gibt wirklich noch viele, viele Enttäuschungen, auf die wir keine Antwort haben. Dennoch glaube ich, dass Gott mich liebt. Lasst uns an diesem Glauben festhalten.“

Beten für die Pandemie-Opfer

Auch in Südostasien sorgte Covid-19 für Trauer, denn viele Glaubensgeschwister und Amtsträger fielen der Pandemie zum Opfer. Bezirksapostel Edy Isnugroho setzte einen nationalen Gebetsaufruf dagegen. Er wollte den Mitgliedern seiner Gebietskirche Trost vermitteln: „Liebe Brüder und Schwestern, vom Büro in Yogyakarta aus lade ich euch alle ein, wo immer ihr seid: Lasst uns unsere Herzen vereinen und demütig vor den allmächtigen Gott, den liebevollen himmlischen Vater kommen“, sagte er zu Beginn der Veranstaltung am Sonntagabend, 18. Juli. „Lasst uns einander helfen, Hand in Hand, und zum Frieden beitragen. Wir wollen im Vertrauen auf Gott treu bleiben“, sagte er den Glaubensgeschwistern. Über 2100 Empfangsstellen in der großen Gebietskirche waren angeschlossen.

Kleine große Lichtblicke

Es gibt auch Lichtblicke, in Kambodscha zum Beispiel. Auch dort wütete eine weitere Pandemie-Welle. In den sogenannten „roten Zonen“ hatte die Regierung den harten Lockdown angeordnet: Geschäfte und Fabriken wurden geschlossen und das ganze Gebiet abgesperrt. Solche Maßnahmen trafen die am härtesten, die ohnehin schon von der Hand in den Mund leben.

Apostel Sophal Keo aus Phnom Penh erlebte die Not seiner Nachbarn mit. Er half, wo er konnte. Dabei kam ihm eine Idee. Über Facebook rief er seine Freunde und Bekannten auf, Spenden zu sammeln. Die ließen schnell Taten folgen und der Apostel konnte 3000 US-Dollar sammeln, um damit über 350 Familien in den roten Zonen Kambodschas mit Lebensmitteln versorgen.

Schlimmer geht leider immer

Viele Länder auf der Erde erwischte es richtig schlimm, zumal neben den Covid-19-Erkrankungen noch viele weitere Mängel die Lage verschärfen können. Apostel John Fendt berichtete über die schlimme Krise in Venezuela in seinem „Spotlight“. Bereits vor der Pandemie hätten die meisten Gemeindemitglieder dort Probleme gehabt, ihre Familien zu ernähren. Wegen der Hyperinflation reichte ein durchschnittlicher Monatslohn zum Beispiel gerade mal zum Kauf von zwölf Eiern. Dann brach die Pandemie aus. Die ohnehin schwache Wirtschaftssituation verschlimmerte sich. Viele infizierten sich. An medizinische Hilfe zu gelangen, war schwierig. Dennoch würden die Glaubensgeschwister in Venezuela darum kämpfen, ihre ewige Zukunft mit Gott nicht aus den Augen zu verlieren; sie haben noch nicht aufgegeben, erzählte der Bezirksapostelhelfer.

Endlich wieder

Dann endlich stand wieder Argentinien auf dem Reiseplan des Kirchenleiters – und die Reise konnte sogar stattfinden! Mehrere Versuche hatte der Stammapostel unternommen, die Gemeinden im südamerikanischen Land zu besuchen. Doch am Sonntag, 7. November 2021, gelang ein Gottesdienst. In Buenos Aires lautete der Predigttext: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat“ (Psalm 121,1.2). Ein verlängertes Wochenende weilte Stammapostel Jean-Luc Schneider in Buenos Aires. Die Wiedersehensfreude sei, trotz der Masken, in allen Gesichtern zu lesen gewesen, zeigte sich der Kirchenleiter glücklich.

Artikel-Infos

Autor:
Datum:
Schlagworte:

Peter Johanning
28.12.2021