Nicht ablenken lassen, sondern Gott vertrauen

Menschliche und göttliche Gedanken passen nicht immer zusammen. Um uns Menschen herum könne sich vieles verändern, konstatiert der Stammapostel. Doch Gott bleibt seinem Plan von der Errettung der Menschen treu, ungeachtet aller Veränderungen.

Es ist schon ein interessantes Bibelwort, mit dem Stammapostel Jean-Luc Schneider seine Sonntagspredigt in Rosenheim (Deutschland) einläutete: „Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende“ (Jesaja 55,10.11).

Gefangen in eigenen Gedanken

Damals war das Volk Israel im Exil in Babylon. Das dauerte länger als gedacht. Die erste Generation war bereits gestorben und scheinbar wendete sich nichts zum Guten. Gott schickte zwar immer wieder Propheten, um zu trösten. Er ließ zum Beispiel ausrichten: „Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr“ (Jesaja 54,10). Dennoch zweifelten viele.

Gott ließ den Propheten sagen, dass seine Gedanken höher wären als ihre menschlichen Gedanken. Dahinter, so der Stammapostel, habe die Botschaft Gottes gestanden: „Ihr könnt mein Wirken nicht mit eurem Verstand ergreifen. Ihr könnt die Wirksamkeit Gottes nicht mit menschlichen Maßstäben messen. Ihr müsst mir einfach vertrauen. Habt Vertrauen zu mir! Was ich gesagt habe, das mache ich!“

Wasser muss eindringen, um zu befruchten

Und dann erläuterte der Stammapostel das Jesajabild vom Zyklus des Wassers, das als Regen vom Himmel fällt, in die Erde dringt, sie befruchtet, verdampft und wieder zum Himmel aufsteigt. „Aber inzwischen hat es etwas bewirkt. Es hat die Erde befruchtet.“ Gottes Wort, so der Kirchenleiter, sei nicht einfach ein billiger Trost: Nein, es habe Kraft. „Das Wort Gottes ist die Kraft, die Änderung bewirkt.“ Und das, so der Stammapostel weiter, sei der Unterschied zu uns Menschen: „Was er sagt, das tut er auch.“

Ähnlichkeiten fänden sich auch im Neuen Testament: Als der Sohn Gottes auf die Erde kam, wurde Gottes Wort Fleisch. Jesus Christus verkündigte den Menschen Heil. Und doch waren die Menschen enttäuscht: „Da sind Berge gefallen. Sie hatten so hohe Erwartungen an den Messias.“ Selbst die Jünger wären erschüttert gewesen, als sie merkten, dass es zu Ende ging! Doch als Jesus zu seinem Vater zurückging, hätte er alles genauso gemacht, wie versprochen. Er hat das Heil geschaffen. Er hat für die Menschen die Möglichkeit geschaffen, zum Vater zu kommen. „Auftrag hundertprozentig erfüllt.“ Später waren es seine Apostel, die den Auftrag umsetzten, Botschafter Christi zu sein. „Ihr sollt die Menschen zu Jüngern machen. Ihr sollt sie taufen. Verkündigt das Evangelium!“ Und Gott sagte dazu: „Was ich gesagt habe, wird getan! Das Wort wird tun, was mir gefällt und meinem Wort wird es gelingen, wozu ich es sende.“ Das gelte auch heute.

Manche Berge sind gefallen

„Inzwischen stellen wir fest, dass schon so mancher Berg gefallen und so mancher Hügel gewichen ist“, konstatierte der Stammapostel. „Was so stabil schien, ist umgefallen.“ Die Landschaft habe sich total geändert:

  • Das fange im persönlichen Leben an: Dramatische und unerwartete Ereignisse erschütterten unser Leben.
  • In der Gesellschaft würden etablierte Werte in Frage gestellt, die Kirchen hätten Einfluss verloren, der christliche Glaube sei auf dem Rückzug.
  • Und in der „neuapostolischen Landschaft“ entwickle sich die Lehre weiter, der Schwerpunkt der Kirche habe sich nach Afrika verlagert, Bezirke würden umstrukturiert und Gemeinden geschlossen. „Das kann schon destabilisieren.“

Doch jetzt komme Gott und sagt: „Was ich gesagt habe, ist immer noch gültig! Wer an Jesus Christus glaubt, wer ihm folgt, wer wiedergeboren ist aus Wasser und Geist, wer zum Ebenbild Christi heranwächst, wer das Böse überwindet, wer treu bleibt bis zuletzt, der kommt in mein Reich! Das ist mein Wort! Vertraut mir doch!“

Nur nicht ablenken lassen!

Auch, wenn es oft anders aussehe als erhofft: „Ihr könnt meinen Erfolg, mein Wirken nicht mit eurem menschlichen Verstand messen. Ihr könnt den Erfolg der Arbeit nicht mit menschlichen Maßstäben messen. Das könnt ihr nicht. Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken.“

Sein Appell an die Gemeinde: „Der Herr wird kommen, er wird seine Braut zu sich nehmen. Er wird seinen Plan bis zuletzt, bis in die neue Schöpfung Punkt für Punkt, Strich für Strich ausführen. Das wird er machen. Wir müssen nur vertrauen.“

„Liebe Geschwister, wir wollen uns nicht ablenken lassen von Veränderungen in unserer persönlichen oder in der gesellschaftlichen Landschaft.“

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Peter Johanning
1.05.2019
Stammapostel, Gottesdienst