Wenn der Stammapostel in das Land des Kibo reist

Mwanza und Dar es Salaam heißen die Städte, die am zweiten August-Wochenende im Gottesdienstkalender von Stammapostel Jean-Luc Schneider aufgeführt sind. Es wird sein zweiter Besuch in Tansania, und die neuapostolischen Gemeinden in dem afrikanischen Land stehen in freudiger Erwartung.

Tansania liegt im Osten des afrikanischen Kontinents mit Zugang zum Indischen Ozean. Das großflächige Land ist bekannt für das Kilimandscharo-Massiv mit dem Kibo als höchstem Berg Afrikas, den Victoriasee oder die Serengeti. Über 57 Millionen Menschen leben hier. Seine Hauptstadt ist Dodoma. Größte Stadt des Landes ist Dar es Salaam – das Haus des Friedens – mit über fünf Millionen Einwohnern. Sie ist eine big city am Indischen Ozean und ein wirtschaftliches Zentrum über die Landesgrenzen hinaus. Mwanza zählt über 700.000 Einwohner und ist damit die zweitgrößte Stadt des Landes. Sie liegt am südlichen Ufer des Victoriasees.

Straff organisiertes Programm

Zwei Gottesdienste, eine Apostel- und Bischofsversammlung und ein Samstagsabendkonzert in der Dar es Salaam University College of Education warten auf den internationalen Kirchenleiter. In Mwanza, wo der Gottesdienst am Freitagmorgen stattfinden wird, werden etwa 3000 Teilnehmer erwartet. Allein der Chor wird 400 Mitglieder stark sein. Der Gottesdienst am Sonntag ist wieder in der Diamond Jubilee Hall angesetzt. Diese Stadthalle in Dar es Salaam war schon öfter Austragungsort für neuapostolische Gottesdienste. Hierzu sind 5000 Gemeindemitglieder eingeladen. Apostel Francis Charo Kazungu Kingura wird wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand treten.

Wie alles begann

Die Geschichte der Neuapostolischen Kirche in Tansania beginnt in 1978. Zwei Amtsträger machen sich von Sambia auf den Weg in das Nachbarland. Formell anerkannt durch die Behörden wird die Kirche im April 1979. Bezirksapostel Michael Kraus, Apostel Wilbert Vovak, Bezirksevangelist Donald Kratt und Hirte Adolf Eichsteller heißen die Namen der ersten Stunde. Der spätere Apostel Reinhard Hecht missioniert 21 Jahre lang im Land. Zacharia Deuly gehört zu den ersten einheimischen Amtsträgern, er wird 1981 neuapostolisch. 1982, als Apostel Vovak die Gemeinden besucht, versiegelt er knapp 2000 neue Mitglieder. Mathias Nzarombi wird in jenem Gottesdienst als Priester ordiniert, Justin Mwegoha als Evangelist. Nur ein Jahr später werden sie als die ersten beiden Apostel für Tansania ausgesondert. Allein in 1983 steigt die Versiegelungszahl auf 9500 Mitglieder. In nur fünf Jahren sind 150 Gemeinden entstanden.

Junger Altersdurchschnitt in den Gemeinden

Heute zählt die Kirche in Tansania zum Bezirksapostelbereich von Joseph Opemba Ekhuya. Ihm helfen 13 Apostel und zwölf Bischöfe. Zwei „lead apostles“ sorgen für die einheitliche Ausrichtung aller geistlichen Tätigkeiten: Zacharia Deuly ist für den Osten von Tansania zuständig und Sebastian Maneno für den Westteil. Rund 220.000 Mitglieder zählt die Kirche mittlerweile in 1800 Gemeinden. Die Mehrheit der Mitglieder besteht aus Kindern und Jugendlichen.

Immer wieder Stammapostelbesuche

Dar es Salaam war schon oft Austragungsort vieler Segensstunden mit dem jeweiligen Stammapostel: Richard Fehr war im August 1994 da, Wilhelm Leber ist im November 2007 zum ersten Mal in der Stadt. Historisch war dieser Besuch insofern, da am Ende des Gottesdienstes der neue ostafrikanische Verwaltungsbereich „East Africa“ gegründet wurde. Er umfasst die Länder Kenia, Tansania und Uganda. Apostel Shadreck Lubasi aus Kenia wurde als neuer Bezirksapostelhelfer für diesen Bereich beauftragt. 2009 wird Shadreck Lubasi Bezirksapostel und der Verwaltungsbezirk Ostafrika wird eigenständiger Bezirksapostelbereich .

Seit 2015 ist Bezirksapostel Joseph Opemba Ekhuya am Ruder. Er kommt aus Kenia. Neben den ostafrikanischen Ländern Kenia, Tansania und Uganda kümmert er sich seit 2015 auch um die kirchlichen Belange im Sudan und im Südsudan.

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Peter Johanning
2.08.2018