Ein Wochenende in Bogota und Lima, das es in sich hat

Reisen in einzelne Länder können durchaus anstrengend sein, besonders wenn der zuständige Bezirksapostel seinen Besuch angekündigt hat und die Gemeinden weit voneinander entfernt liegen. Über ein solches Wochenende mit Bezirksapostel Leonard Kolb in Kolumbien und Peru berichtet Bischof Manfredo Stegmann.

Donnerstag/Freitag

Es ist Nacht und ich sitze im Flugzeug nach Bogota (Kolumbien). Nach etlichen Zwischenstopps erreiche ich Bogota am Freitagnachmittag. Es ist der 6. Dezember 2019. Ich mache mich auf dem schnellsten Weg ins Hotel, um meinen Bezirksapostel Leonard Kolb und unserem lokalen Bischof zu treffen. Auf dem Terminplan steht ein Begrüßungsdinner mit den Aposteln, Bischöfen und Bezirksamtsträgern des Landes. Schon beim gemeinsamen Essen beginnt das Lernen und Lehren durch unseren Bezirksapostel – so kenne ich ihn. Die Gespräche miteinander tun gut. Nach ein wenig Fellowship geht es zunächst auf die Zimmer, ein bisschen Ruhe tanken.

Samstag

Es ist Samstag: Der erste Seminartag beginnt und das buchstäblich – den ganzen Tag lang. Es gibt eine Menge Themen und viel Gesprächsstoff. Lehrinhalte dieser Art sind immer auch zugleich eine Aufforderung für alle Teilnehmer, ihre eigene Arbeit, ihre Predigt zu überdenken und noch mehr auf die geschwisterliche Liebe zueinander zu achten und die Gottesdienste damit anzufüllen: Jeder in der Gemeinde soll sich wohlfühlen und spüren, dass er geliebt wird. Auf diese Weise sollen sie Jesus Christus in ihrer Mitte wissen, wenn sie Heiliges Abendmahl miteinander feiern. Solche Aussagen binden auch die Seminarteilnehmer zusammen. Sie schaffen eine herzliche Atmosphäre unter uns. Sogar während des Abendessens hört das Reden darüber nicht auf – immer wieder vertiefen wir die gelernten Gesprächsinhalte. Und natürlich haben wir auch eine Menge Freude und lachen viel.

Sonntag

Am frühen Sonntagmorgen fahren wir in die Gemeinde Boyaca Real. Dort ist ein Bezirksgottesdienst angesetzt, an dem insgesamt 365 Geschwister teilnehmen. Angereichert wird der Gottesdienst durch ein wundervolles Musikprogramm und durch die Tatsache, dass 25 Seelen mit der Gabe des Heiligen Geistes versiegelt werden. Nachdem wir uns von allen Teilnehmern verabschiedet haben, geht es weiter zum Flughafen: Es geht nach Lima (Peru), wo ein Treffen mit Jugendlichen und einer Musikgruppe anberaumt ist.

In Lima angekommen, gehen wir ins Hotel, wo schon einige der Jugendlichen auf uns warten – eine Stunde früher als vereinbart. Wir beziehen unsere Zimmer und treffen uns anschließend in einem Besprechungsraum im Hotel. Unser Bezirksapostel sorgt dafür, dass die Sitzplätze noch anders aufgestellt werden, schließlich sollen sich alle kennenlernen. Die älteren Amtsträger dürfen weiter hinten in der zweiten Reihe Platz nehmen. Es folgen tiefgehende, intensive Gespräche mit den jungen Leuten. In ihren Reihen sind Sonntagsschullehrerinnen, Chor- und Orchesterdirigenten und Jugendleiter. Beim Pizzaessen und im Gespräch höre ich von ihren Aktivitäten und Ideen in ihren Gemeinden. Ich spüre ihre Begeisterung für die kirchliche Arbeit, was mich sehr freudig stimmt. Nach einigen Stunden gehen die Gespräche dem Ende zu und damit auch der Sonntag. Mir kommt es vor, als wären es zwei Sonntage gewesen! Doch noch ist die Reise ja auch nicht zu Ende.

Montag

Am frühen Montagmorgen geht es los zum Verwaltungsbüro unserer Kirche in Lima. Dort treffen wir mit den Bezirksvorstehern aller Bezirke zusammen, um einen Plan zu entwerfen, wie es in Zukunft mit den Kirchengebäuden in diesem Land weitergehen kann. 15 Amtsträger und die Verwaltungsmitarbeiter warten auf uns. Unsere Besprechung geht bis in den späten Nachmittag. Es sind konstruktive Gespräche und ein solider Zukunftsplan kann ausgearbeitet werden. Jeder beteiligt sich und ist bestrebt, die beste Lösung für das Land als Ganzes zu finden und nicht so sehr auf die eigenen Interessen zu achten. Das war wunderbar zu sehen.

Nachdem wir uns verabschiedet hatten, ging es für uns wieder durch dichten Verkehr in Lima zum Flughafen. Dort verabschiedeten sich auch der Bezirksapostel und ich voneinander. Wieder ging es auf einen Nachtflug, diesmal nach Hause. Die Wochenendreise war anstrengend aber gut – und Gott sei es gedankt, eine erfolgreiche, wertvolle Reise, an die ich lange denken werde.



Zur Person:

Manfredo Stegmann ist Bischof der Neuapostolischen Kirche in Mexico. Geboren wurde er in Buenos Aires. Als er elf Jahre alt war, verzog seine Familie zunächst nach New York, später nach San Diego nahe der Grenze zu Mexico. Vorfahren der Familie stammen aus Deutschland. Schon wenige Tage nach seiner Konfirmation wurde er als Diakon ordiniert und als die Priesterordination anstand, war er gerade mal 17 Jahre alt. Seit 2010 arbeitet er als Bischof der Kirche in Mexico. Parallel dazu ist er häufig mit Bezirksapostelhelfer John Fendt in den zentralamerikanischen Staaten unterwegs. Er ist verheiratet und hat einen Sohn.

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Peter Johanning, Manfredo Stegmann
6.02.2020
Kolumbien, Peru, Reisen Bezirksapostel/Apostel, Gottesdienst, Gemeindeleben