Freuen – weil ich es will

Die frohe Botschaft macht große Freude, wenn sie verständlich gepredigt wird und zu Herzen geht. Gottesdienste im Juni regen an, über Freude nachzudenken und Freude zu leben.

Da ist sie wieder: Die Freude in Christus. Als Jahreslosung 2015 ist sie neuapostolischen Christen ans Herz gewachsen. „Freude ist Gradmesser für geistige Reife“, sagte Stammapostel Jean-Luc Schneider in seiner Neujahrsansprache vor drei Jahren und nannte auch gleich vier Anlässe: „Wir freuen uns über das Heil, die Gemeinschaft, das Dienen und über empfangene Gaben und Kräfte im Alltag.“ Und er schloss mit dem Fazit: „Freude kann wachsen!“

Freude, die wächst, die etwas bewirkt – sie ist Mittelpunkt der kommenden Sonntagsgottesdienste.

Aus der Vergangenheit …

Gott liebt alle Menschen, jeden einzelnen und das unabhängig von menschlichen Klassifizierungen wie Alter, Geschlecht, Rasse und Strafregister. Von Gott seit jeher geliebt und angenommen zu sein, ist Grund zur Freude im Hier und Jetzt. „Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind“ (aus Lukas 10,20) – das ist kein Privileg, kein Vorzug gegenüber anderen Menschen, denn Gott liebt alle. Der eine erkennt diese Liebe bereits im Leben, der andere nach seinem Lebensende oder im verheißenen Friedensreich.

Die Mitmenschen auf diese umfassende, dauerhafte Liebe Gottes hinzuweisen, das ist demütige und zugleich mutige Lebensaufgabe, die sich aus Freude und Dankbarkeit ergibt.

… in die Gegenwart

„Dienet dem Herrn mit Freuden“ (aus Psalm 100,2) ist der Appell am zweiten Sonntag. Das schließt ein, aktiv zu werden als ein Diener Gottes, in der Kraft des Heiligen Geistes zu handeln und Wohltaten Gottes zu verkündigen. Bei allem Handeln gegenüber dem Nächsten die Erlösung der Menschheit im Blick zu haben, gewährleistet die Ausrichtung auf den „Dienstherrn“. Das ist Dienst gegenüber dem Herrn.

Nicht zum Stein des Anstoßes werden, nicht gute Ratschläge erteilen, sondern das Heil in Christus nahebringen, christliche Werte vermitteln und Gott in der Gemeinde loben und danken – ist der Dienst in der Gemeinde.

… und in die Zukunft.

Zukunftsfreude ist der Kerngedanke im dritten Sonntagsgottesdienst. „Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat“ (Hebräer 10,23) liegt der Predigt zugrunde. Fünf Gründe für ein hoffnungsvolles Leben: Hoffnung auf das Wiederkommen Jesu Christi, die eigene Auferstehung, die Auferstehung der Toten in Christus und das ewige Leben mit Gott und den damit verbundenen Sieg Christi über das Böse. „Wir bekennen unsere Hoffnung und freuen uns auf unsere Zukunft“ schreibt Stammapostel Schneider zusammenfassend.

Diese Hoffnung äußert sich durch das beständige Bleiben in der Gemeinschaft, durch Nächstenliebe und im Dienen.

Freude auch im Himmel

Vorbereitend auf den Gottesdienst für Entschlafene Anfang Juli liegt der Schwerpunkt im vierten Sonntagsgottesdienst auf der Freude im Himmel. Alle Menschen, auch Gottes Kinder, sind als Sünder auf die Gnade Gottes angewiesen. Aus der Liebe Christi heraus, aus dem Bewusstsein selbst auf die Barmherzigkeit Gottes angewiesen zu sein, beten Gläubige für Gottsuchende. Buße und Umkehr derjenigen, die zu Gott kommen, das Erleben gemeinsamer Sündenfreisprache und gemeinschaftliches Abendmahl lassen Freude im Himmel und in der Gemeinde entstehen.

„Du musst dich freuen!“ als Befehl, Auftrag, Ansage funktioniert in den wenigsten Fällen. Zu unterschiedlich sind die jeweiligen Lebensverhältnisse und Empfindungen. „Jetzt muss ich mich aber freuen“ kann aber die Erkenntnis des Einzelnen sein, wenn er sich über Ursachen für Freude in Gott und mit Gott bewusstwird. Dann wird es für ihn selbst zu einer Lebenseinstellung: „Freuen – weil ich es will.“

Freude – ein kräftiger Motor, für den Dienst gegenüber Gott und dem Nächsten.



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Oliver Rütten
31.05.2018
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