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Wo sich Jesus heute finden lässt

12 01 2026

Author: Andreas Rother

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Was ist Gemeinde? Jedenfalls mehr als ein Verein oder ein Ort. Und doch etwas anderes als die Kirche. Antworten sucht eine jüngst veröffentlichte Ausarbeitung.

„Gemeinde der Zukunft“ heißt eine Projektgruppe der Bezirksapostelversammlung Europa, die den internationalen Kollegen kürzlich ihre Arbeitsergebnisse präsentiert hat. Ein erster Teil davon ist zunächst in der Leitgedanken-Sondernummer 1/2025 veröffentlicht worden und ist nun in der community-Ausgabe 1/2026 erschienen.

Was zählt, sind die inneren Werte

„Die Gemeinde definiert sich nicht durch Äußerlichkeiten“, betont das Papier: also weder durch das Gebäude, die Anzahl der Mitglieder, das Vorhandensein von Chor oder Orchester oder die Häufigkeit von Festen und Ausflügen.

Vielmehr ist die Gemeinde:

  • „gottesdienstliche Gemeinschaft, in der durch Sakrament, durch Gebet und Predigt die Wirklichkeit Gottes erfahren wird“,
  • „ein geistlicher Raum, in dem unter dem Wirken des Heiligen Geistes Glaube entwickelt, erlebt, praktisch gelebt und gepflegt werden soll“,
  • „Lebensgemeinschaft der Christusgläubigen, ein lebendiger Organismus“, gestaltet durch den Dienst aller Gläubigen, die ihre Gaben einbringen“.

Versammlung – vor Ort, überall, jederzeit

Das griechische Wort „Ekklesia“ verdeutliche den Zusammenhang von Gesamtkirche und Ortsgemeinde, erläutert die Ausarbeitung. Denn der mit „Versammlung“ übersetzte Begriff meint beides gleichermaßen:

  • die Kirche Christi als Gemeinschaft aller Gläubigen aller Orte und aller Zeiten, die im Namen des dreieinigen Gottes getauft sind und Jesus Christus als ihren Herrn bekennen,
  • die räumlich und zeitlich gebundene Gemeinde, ganz gleich ob als Hausgemeinde, Ortsgemeinde oder Gemeinde einer ganzen Region.

Auch das Bild vom „Leib Christi“ beschreibe sowohl die Kirche als auch die Gemeinde: einzelne und verschiedene Glieder, die aufeinander angewiesen sind, sich ergänzen und so zu etwas Größerem wird als die Summe ihrer Teile.

Geisteswirken und Nächstenliebe

Als Aufgabe jeder Gemeinde definiert das Papier, Gott zu ehren und Jesus Christus in Wort und Tat zu bekennen. Wichtiger Auftrag, nicht nur für Geistliche, sondern für jedes Gemeindemitglied, sei die Seelsorge, „nämlich die gegenseitige Begleitung und Stärkung im Glauben und Handeln“. 

Und daraus ergibt sich auch der Maßstab, der an eine Gemeinde angelegt wird: „Die Stärke und Glaubwürdigkeit einer Gemeinde misst sich auch nicht an der Größe oder Struktur, sondern am erlebbaren Geisteswirken und einem von Nächstenliebe geprägten Miteinander ohne Ansehen der Person.“

12 01 2026

Author: Andreas Rother

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