Kirche sagt „Ja“ zum Leben

Familienplanung und Verhütung? Das ist eigentlich Privatsache der Partner. Und auch kulturell gibt es weltweit Unterschiede. Deshalb hält sich die Kirche mit Empfehlungen zurück – macht sich jedoch für eine wichtige Leitlinie stark.

Die Neuapostolische Kirche sagt „Ja“ zum Leben – und das im doppelten Sinne. Denn dieses „Ja“ gilt einerseits der Sexualität und andererseits entstehendem Leben. Das geht aus der kirchenamtlichen Stellungnahme hervor, die in der Zeitschrift „Unsere Familie“, Ausgabe 03/2022, veröffentlich wird.

Sexualität als Ausdruck der Liebe

„Die Sexualität in der Ehe ist gottgewollt als Ausdruck der Liebe der Ehepartner zueinander“, heißt es dort. Aber auch: „Der Mensch ist verpflichtet, mit seiner Sexualität verantwortungsbewusst und vernünftig umzugehen. Dies beinhaltet auch die Entscheidung, ob beziehungsweise wie viele Kinder ein Ehepaar haben möchte.“

Dabei gilt: „Geburtenregelung ist im Grundsatz ausschließlich Angelegenheit der Ehepartner.“ Und: „Detaillierte Empfehlungen zum Thema Familienplanung kann die Neuapostolische Kirche aufgrund unterschiedlicher Kulturen und individueller Verhältnisse nicht geben.“ Doch eine Leitlinie gibt sie den Paaren dennoch mit – und die hängt mit den unterschiedlichen Methoden zur Verhütung zusammen.

Unterschiede in der Wirkungsweise

So gibt es Methoden, „deren wesentliche Wirkweise darin besteht, die Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle zu verhindern.“ Dagegen hat die Kirche keine Einwände. Denn sie folgen der Maßgabe, „dass keine befruchteten Eizellen abgetötet werden sollen“.

Die Kirche „lehnt dagegen die Mittel und Methoden ab, die im Wesentlichen die Fortentwicklung einer bereits befruchteten Eizelle verhindern beziehungsweise sie abtöten.“ Mittel, die beide Methoden – teils zeitlich versetzt – nutzen, „müssen zumindest kritisch betrachtet werden.“

Die Beseelung als Maßstab

Der Maßstab ist also, ein einmal entstandenes Leben nicht zu töten. Das ergibt sich aus den Lehraussagen zu „Beginn und Ende menschlichen Lebens“, die „Unsere Familie“ in den Ausgaben 03/2021 und 15/2021 publiziert hat.

Die zentralen Aspekte:

  • Um den Menschen als Gottes Ebenbild zu schützen, lehnt die Kirche es ab, menschliches Leben zu töten.
  • Wann die Beseelung stattfindet, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Zum größtmöglichen Schutz menschlichen Lebens geht die Kirche davon aus, dass die Beseelung zum Zeitpunkt der Verschmelzung von Samen- und Eizelle stattfindet.
  • Diesem neuen Leben kommt demnach uneingeschränkte Menschenwürde zu.

Weiterführende Informationen

Da fragt sich jetzt nur: Welche Verhütungsmethode funktioniert auf welche Weise? Darüber gibt die Stellungnahme einen umfassenden Überblick.

Allerdings: „Diese Ausführungen können eine persönliche Beratung beim Facharzt nicht ersetzen, insbesondere, da in bestimmten Fällen Methoden zur Empfängnisverhütung auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen können. Außer Acht gelassen werden auch die unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, denen die Wahl der Methoden unterliegt.“

Die offizielle Zusammenfassung: „Familienplanung ist Angelegenheit der Eheleute, jedoch lehnt die Kirche Methoden und Mittel der Geburtenregelung ab, deren wesentliche Wirkung es ist, befruchtete Eizellen abzutöten. Entstandenes Leben darf nicht an seiner Weiterentwicklung gehindert werden.“

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Andreas Rother
6.01.2022
Lehraussagen