„Niemand kann den Morgen aufhalten“

Hoffnung bewahren? Auch wenn die Nacht so dunkel und der Morgen so fern ist? Wie soll das gehen? Zwei haben’s vorgemacht – und konnten ihre Erfüllung erleben. Von den Beiden kann man sich eine Menge abschauen.

„Ich harre des Herrn, meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort. Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen.“ – Mit diesem bekannten Bibelwort aus Psalm 130,5 hat Stammapostel Jean-Luc Schneider am 16. Dezember 2018 in der Gemeinde Berlin-Tegel gedient.

Gleich zu Anfang stellte er zwei Vorbilder vor: Simeon und Hanna. An den verheißenen Messias hätten sicher viele Juden geglaubt. Doch Simeon und Hanna konnten die Erfüllung erleben und den Heiland sehen. „Die haben nicht nur geglaubt, dass Gott den Erlöser senden wird, sie haben täglich auf ihn gewartet.“ Die Frage lautete: „Warum war bei denen die Hoffnung noch so lebendig?“

Maranatha! – Seit 2000 Jahren

Wie wichtig eine Antwort ist, zeige der Blick in die Gegenwart. Den Christen ist die Wiederkunft Jesu verheißen. „Maranatha, der Herr kommt. – Das hat die ersten Apostel, die ersten Christen ganz erfüllt.“ Aber: „Die Zeit ist vergangen und nichts ist geschehen.“

„Und dann kam die Zeit, wo Gott das Apostelamt wiederbesetzte. Dann gab es wieder Apostel, die auf dieser Erde wirkten und die die Seelen auf das Kommen des Herrn vorbereitet haben.“ Allerdings: „Das ist jetzt schon eine ganz lange Zeit her, und der Herr ist immer noch nicht gekommen.“

Was Simeon und Hanna vormachen

„Was können wir machen, dass diese Hoffnung in uns lebendig bleibt?“, lenkte der Stammapostel den Blick zurück auf Simeon und Hanna. „Sie haben die Gemeinschaft mit Gott gepflegt. – Lasst uns doch nach ihrem Beispiel handeln.“

  • Von Simeon ist gesagt, der Heilige Geist war mit ihm: „Der Heilige Geist lebt in uns, wir haben die Gabe des Heiligen Geistes bekommen. Der Heilige Geist spricht zu uns, das Evangelium wird uns gepredigt durch den Heiligen Geist. Wo der Heilige Geist sich entfalten kann, wird das Gebet immer intensiver: Herr, komme bald.
  • Simeon wollte sein Leben am Willen Gottes ausrichten: „Auch wir wollen so die Gemeinschaft mit Gott suchen. Wer die Gebote Gottes hält, der erfährt immer wieder und erlebt: Gott ist bei mir. Das hat Jesus selbst versprochen.“
  • Hanna, die Prophetin, war ständig im Tempel, um die Nähe Gottes zu suchen. „Diese Nähe Gottes können wir erfahren, wenn wir Heiliges Abendmahl feiern.“ Wer sich nach dem Vorbild Jesu entwickeln will, „der empfängt im Heiligen Abendmahl die Kraft, die er braucht.“
  • Hanna war beständig darin, Gott zu dienen: „Und wie können wir dem Herrn dienen? Indem wir unserem Nächsten dienen. Der alte Apostel sagte, wir sollen uns untereinander dienen, an dem Nächsten Gutes tun und wir sollen mal in der Gemeinde anfangen.“
  • Hanna zog los, um die frohe Botschaft zu verkündigen: „In Wort und Tat wollen wir uns zum Evangelium bekennen und Zeugnis geben. Wer sich zu Jesus Christus bekennt, der lebt in dieser innigen Gemeinschaft mit Gott.“

„Wenn auch die Nacht noch lange währt, das ist gar nicht so wichtig“, sagte Stammapostel Schneider. „Es ist einfach eine Realität: Der Morgen kommt, der Herr kommt. Ich warte auf ihn. Niemand kann den Morgen aufhalten.“

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Andreas Rother
6.02.2019
Deutschland, Stammapostel, Gottesdienst