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Eine Schere, ein Band, ein Startschuss 

24 02 2026

Author: Sophie Berg

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Lange wurde diesem Tag entgegengefiebert: Das Jugendzentrum in Guinea-Bissau ist fertig und wurde mit Gottesdienst, Tänzen und gemeinsamen Essen eingeweiht. 

Erwartungsvoll schaut sie in die Kamera. Die schwarzen Zöpfchen mit den bunten herzförmigen Perlen baumeln dem kleinen Mädchen ins Gesicht. In ihren kleinen Armen hält sie einen großen Korb. Dieser ist ausgelegt mit einem weißen Tuch. Darin eingebettet eine Schere. Eine Schere, die gleich zum Einsatz kommt und den Weg in das neue Jugendzentrum in São Domingos (Afrika) freigeben wird. 

Begegnung, Bildung, Begeisterung 

Mit dem Jugendzentrum in der kleinen Stadt São Domingos im Norden von Guinea-Bissau, ist ein Ort der Begegnung für junge Menschen entstanden, der ihnen neue Perspektiven im Glauben und im Beruf eröffnen soll. Schließlich leben hier und in den umliegenden Gemeinden rund 500 aktive neuapostolische Jugendliche. 

Einen ersten Eindruck von ihrem neuen Zentrum konnten die Jugendlichen Mitte März 2025 gewinnen. Zwar war das Gebäude da noch nicht fertiggestellt, dennoch fand dort schon ein Jugendwochenende statt. Viele der jungen Leute nutzen den Rohbau des Gebäudes, um dort ihre vielen bunten Zelte aufzuschlagen. 

Schon im Vorfeld war das Interesse an diesem Bauprojekt groß. „Die Jugendlichen sind sehr motiviert“, berichtete Apostel Dimitrios Diniz (Portugal): „Viele fragen nach konkreten Möglichkeiten, sich einzubringen.“ Ab sofort werden hier kirchliche Schulungen, Jugendtreffen, Fortbildungen für Geistliche, Bildungsveranstaltungen sowie Schulungen in digitaler Kommunikation angeboten. 

Ein Zuhause für die Jugend 

Seit Frühjahr 2024 befand sich das Projekt im Bau. Durch logistische Herausforderungen, fehlerhafte Vermessungen und Schwierigkeiten bei der Einfuhr des aus Portugal stammenden Baumaterials verzögerte sich die Fertigstellung. Die Finanzierung gelang mithilfe der Initiative #jugendbewegt sowie durch Mittel der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland. 

Ein Seminargebäude mit Platz für 80 Personen ist das Herzstück des Zentrums. Zudem konnten drei Desktop-Computer, ein Drucker, 80 Stühle mit integrierten Klapptischen sowie ein Beamer und eine Leinwand angeschafft und installiert werden. Über ein Solarpanel wird das Gebäude mit Strom versorgt. Sanitäranlagen mit acht Duschen und acht Toiletten sind in einem Nebengebäude zu finden. 

Im Außenbereich ist ein großer Sportplatz, wo Fuß-, Volley- und Basketball gespielt werden kann. Zwar ist das 4000 Quadratmeter große Gelände aus Sicherheitsgründen umzäunt, doch „das Zentrum soll kein anonymer Ort sein“, erklärt Bezirksapostel Stefan Pöschel (Westdeutschland). Sondern: „Ein Zuhause für unsere jungen Geschwister, ein Ort, an dem sie sich willkommen und angenommen fühlen.“ Auch die Jugendlichen aus den benachbarten Dörfern sind herzlich willkommen vorbeizuschauen. 

„Mein Name soll dort sein“ 

Am 27. September 2025 war es dann soweit. Apostel Diniz eröffnete das Jugendzentrum, indem er das weiße Band mit der Schere feierlich durchschnitt. Anschließend feierte er mit 464 Jugendlichen einen Gottesdienst und weihte das neue Gebäude ein. Dabei stützte er sich auf das Bibelwort aus 2. Chronik 7,15-16: „So sollen nun meine Augen offen sein und meine Ohren aufmerken auf das Gebet an dieser Stätte. So habe ich nun dies Haus erwählt und geheiligt, dass mein Name dort sein soll ewiglich, und meine Augen und mein Herz sollen dort sein allezeit.“ 

Traditionelle Tänze und ein gemeinschaftlicher Imbiss rundeten die Einweihungsfeier nach dem Gottesdienst ab. 

24 02 2026

Author: Sophie Berg

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