Wenn Angst das Denken vernebelt, werden falsche Entscheidungen plötzlich plausibel. Bezirksapostel Joseph Opemba Ekhuya (Ostafrika) zeigt, warum Vertrauen besser leitet als Panik.
Unser diesjähriges Jahresmotto lautet: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“ Es gibt viele Gründe, warum wir uns nicht von Angst überwältigen lassen sollten. Angst lenkt unseren Fokus von dem, was Gott gesagt hat, auf das, wovor wir uns fürchten, und sie kann aus einer Zukunft voller Hoffnung eine verpasste Chance machen. Angst hat eine starke Wirkung auf den menschlichen Geist. Sie kann das Denken verzerren, das Urteilsvermögen trüben und uns dazu bringen, Entscheidungen zu treffen, die wir normalerweise nicht treffen würden. Mit der Geschichte von König Saul in 1. Samuel 13 liefert das Alte Testament hierfür ein eindrucksvolles Beispiel.
Zu diesem Zeitpunkt in der Geschichte Israels führte Saul das Volk. Es war eine Zeit in der Israel im Konflikt mit den Philistern stand. Die Lage war angespannt: Sauls Armee war klein, die Philister gewannen an Stärke und seine Soldaten begannen, den Mut zu verlieren und sich zu zerstreuen. Der Prophet Samuel hatte Saul angewiesen, sieben Tage zu warten; dann würde er kommen und ein Opfer darbringen, bevor Saul in die Schlacht zog. Dies war wichtig, weil es die Abhängigkeit von Gott statt von menschlichem Bemühen zeigte.
Die Tage vergingen und der Druck auf Saul wuchs. Angst begann von Saul Besitz zu ergreifen. Er sah, wie seine verängstigen Männer sich versteckten. Die Lage spitzte sich zu und da Samuel nicht zur verabredeten Zeit erschien, nahm Saul die Sache selbst in die Hand und brachte das Brandopfer dar—obwohl er dazu nicht befugt war.
Diese Entscheidung war weniger von bewusster Rebellion als vielmehr von Angst getrieben. Sein Urteilsvermögen war getrübt. Überfordert von der Situation setzte er den Befehl Gottes außer Kraft. Kaum hatte er das Brandopfer beendet, traf Samuel ein. Sauls Ungeduld, genährt von Angst, hatte schwerwiegende Folgen: Samuel kündigte ihm an, dass sein Königtum keinen Bestand haben würde.
Die Geschichte zeigt eindrücklich, wie Angst uns zu vorschnellen und unklugen Entscheidungen verleiten kann. Wenn wir uns stärker auf das konzentrieren, was um uns herum geschieht, als auf das, was Gott sagt, handeln wir eher aus Panik als aus dem Glauben.
Doch die Lehre geht über das Scheitern hinaus. Es gefällt Gott, wenn wir ihm so sehr vertrauen, dass wir warten und gehorchen – selbst unter Druck. Sich für den Glauben zu entscheiden statt für die Angst, ist nicht immer leicht, aber es führt zu besseren Entscheidungen und zu einer tieferen Beziehung zu Gott.
Angst mag unser Urteilsvermögen trüben – doch der Glaube weist uns den Weg.