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Mehr Gewicht für das Dienen 

März 17, 2026

Author: Sophie Berg

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Das Leitbild „Dienen und Führen“ wurde aktualisiert. Neue Inhalte und zusätzliche Kapitel greifen wichtige Entwicklungen der vergangenen Jahre auf und stärken den Gedanken des Dienens. 

Seit einigen Wochen ist die überarbeitete Fassung des Leitbildes „Dienen und Führen“ auf der kirchlichen Webseite nak.org online in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch verfügbar. Ihre Abnahme erfolgte bereits auf der Bezirksapostelversammlung in Wiesbaden im Juni 2025. Was hat sich nun konkret geändert? 

Ein Leitbild im Wandel 

Seit 2001 gibt es das Leitbild „Dienen und Führen“ in der Neuapostolischen Kirche (NAK). Für alle Amtsträgerinnen und Amtsträger ist es eine einheitliche und verbindliche Grundlage für ihr Handeln. Es richtet sich aber auch an Kirchenmitglieder, die einen kirchlichen Dienst ohne Amt ausüben wie Kinder- und Jugendbetreuer, Religions- und Konfirmandenlehrer, Chor- und Orchesterleiter sowie Leiter von Arbeits- und Projektgruppen. 

Bisher beinhaltete das Leitbild folgende Themenschwerpunkte: Anforderungen an Führungsverantwortliche, Autorität, Führungsverhalten, Delegation, Kommunikation, Konfliktbewältigung. Doch in den letzten 25 Jahren hat sich viel getan – 2006 erschien die „Vision“ und „Mission“ der NAK, 2012 der „Katechismus“ und 2022 die Überarbeitung der „Richtlinien für Geistliche“. 

Diese vier Werke wurden nun in das Leitbild eingearbeitet, dessen Formulierungen insbesondere mit dem Katechismus (KNK) harmonisiert wurden. Zudem lag der inhaltliche Schwerpunkt auf dem Aspekt des Führens, nicht auf dem des Dienens. Daher wurde das Leitbild „Dienen und Führen“ nun unter Berücksichtigung dieser Punkte aktualisiert. 

Neue Kapitel, neue Impulse 

In allen bisherigen Gliederungspunkten wurden vorhandene Bezüge zur Vision und Mission sowie zum Katechismus ergänzt. Das Vorwort und die Kurzfassung erhielten ein Update. Außerdem erfolgte eine redaktionelle Überarbeitung bei den Ausführungen in den einzelnen Kapiteln und sie wurden durch konkrete Handlungshinweise erweitert. Hinzu kamen drei neue Kapitel. 

Im Kapitel „Autorität“ wird beschrieben, wie die Kirche Autorität versteht: Jesus Christus ist das Haupt der Kirche. Von diesem christozentrischen Verständnis her wird auch kirchliche Leitung eingeordnet. In diesem Zusammenhang wird ausdrücklich festgehalten, dass der Stammapostel zusammen mit den Aposteln die Kirche leitet und die oberste geistliche Autorität ist. Damit nimmt er auch im Apostelkreis eine führende Stellung ein. Zugleich unterscheidet das Leitbild zwischen äußerer und innerer Autorität: Äußere Autorität ergibt sich aus der übertragenen Aufgabe und der Stellung innerhalb der kirchlichen Ordnung. Innere Autorität hingegen wächst aus geistlicher, menschlicher und fachlicher Kompetenz, aus Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit sowie aus dem überzeugenden Vorleben der kirchlichen Lehre. Erst wo diese innere Autorität spürbar wird, kann Leitung nachhaltig Vertrauen schaffen, Zustimmung fördern und zur Verwirklichung der Mission der Kirche beitragen. 

Das Kapitel „Delegation“ motiviert dazu, Aufgaben und Verantwortung bewusst zu übertragen. So wird Verantwortung geteilt, Mitarbeit gefördert und die Erfüllung des kirchlichen Auftrags unterstützt. Delegation ist dabei mehr als eine reine Aufgabenverteilung: Sie schafft Freiräume für die eigentlichen Führungsaufgaben, stärkt die Beteiligten in ihrer Mitverantwortung und trägt dazu bei, vorhandene Gaben und Fähigkeiten gezielt einzusetzen. Zugleich setzt Delegation voraus, dass Aufgaben klar beschrieben, Kompetenzen sorgfältig geprüft und die Ausführenden angemessen begleitet werden. Auch wenn Verantwortung übertragen wird, bleibt die Führungsverantwortung beim Delegierenden bestehen. 

Drei neue Kapitel haben im Leitbild Einzug erhalten:  

  • Dienen wird als Wesen von Amt und Kirche beschrieben. Es geschieht sowohl gegenüber Gott als auch gegenüber dem Nächsten und orientiert sich konsequent am Vorbild Jesu Christi; geistlicher Dienst ist dabei immer an Christus, das Apostolat und die Kraft des Heiligen Geistes gebunden. 
  • Beteiligung und Repräsentation: Im Vordergrund stehen hier die Vorteile und die Wirkung der Einbeziehung von Mitarbeitenden, aber auch die Repräsentation der kirchlichen Regelungen, der Kirche in der Öffentlichkeit und die Interessen der betreuten Gemeindemitglieder durch den Führungsverantwortlichen. 
  • Geleitwort zur Umsetzung: Das Geleitwort zur Umsetzung stellt die geistliche Haltung in den Mittelpunkt: herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld und Vergebungsbereitschaft. Über allem aber steht die Liebe, die alles zusammenhält und dem Leitbild seine eigentliche innere Kraft gibt. 

Die 16-seitige Broschüre zum Leitbild betont, dass sie ins Leben gerufen wurde, um Transparenz und Vertrauen zu schaffen, aber auch um gegenseitige Wertschätzung, Motivation und Identifikation zu fördern. 

Foto: vchalup – stock.adobe.com

März 17, 2026

Author: Sophie Berg

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