Sicher stehen, vorwärts gehen und richtig verstehen, warum wir tun, was wir tun: So lässt sich ein Wachstum zünden, dass sich von innen nach außen selbst verstärkt.
Mächtig Sorgen machte die Gemeinde in Korinth dem Apostel Paulus. Und weil er einen Mangel an Verständnis, Erkenntnis und Glauben als Ursache der Probleme sah, gab er den Rat: „Darum, meine lieben Brüder und Schwestern, seid fest und unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, denn ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn“ (1. Korinther 15,58).
Dieses Bibelwort stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes für Geistliche am 27. März 2026 in Colonia (Uruguay). Und von hier aus machte Stammapostel Jean-Luc Schneider deutlich, welche Probleme, Ursachen und Lösungen er im Hier und Heute sieht.
Der Glaube unter Druck
„Ich muss sagen, das bereitet mir große Sorge“, sagte der Kirchenleiter. „Ich würde gerne sicher sein, dass alle neuapostolischen Christen noch an die erste Auferstehung glauben.“ Aber er weiß: „Dieser Glaube ist schwächer geworden.“ Die Gründe:
- Lauf der Zeit: „Seit 2000 Jahren wird gepredigt, dass der Herr bald kommen wird, und er ist noch nicht gekommen.“
- Falsche Lehren: „Sie wollen uns weismachen, dass die Wiederkunft Christi nur ein Bild ist.“
- Abwärtstrend in Teilen der Kirche: „Unter diesen Umständen kann der Herr nicht kommen.“
- Zweifel an der Möglichkeit: „Der Herr kann mir nicht einmal in meinem Alltag helfen. Und du willst, dass ich glaube, dass er vom Himmel herabkommen und uns mitnehmen und in sein Reich führen kann?“
- Aufschieben der Erwartung. „Manche glauben immer noch an die Auferstehung. Aber das ist erst ganz am Ende der Zeit und so weit entfernt, dass es zu einer Theorie wird.“
Die Antwort darauf: „Lasst uns fest an dem Glauben festhalten, dass Jesus kommen wird – und zwar bald. Er wird in die Geschichte der Menschheit und in mein eigenes Leben eingreifen. Nichts sollte uns von diesem Glauben abbringen.“
Wachsen von innen heraus
„Und nun sagt Paulus: Okay, sobald dieser Glaube da ist, musst du wachsen im Werk Gottes“, formulierte es der Stammapostel. Das bedeute nicht, dass die Arbeit der Geistlichen ungenügend sei. Sondern: „Um im Werk Gottes besser zu arbeiten, müssen wir das Werk Gottes in uns vertiefen.“
Und wie lässt sich das machen? Zum einen: „Lasst uns unsere Erkenntnis von Gottes Wirken vertiefen“. Und zum anderen: „Lasst uns unsere Motivation, dem Herrn zu dienen, stärken.“
„Was tut Gott eigentlich?“, fragte der Kirchenleiter und erläuterte:
- „Gott möchte mir das ewige Leben schenken, und er gibt mir die Kraft, die ich brauche, um das ewige Leben zu erlangen.“
- „Es geht nicht darum, irgendwelche Regeln zu befolgen. Um in das Reich Gottes zu gelangen, muss ich in das Ebenbild Jesu Christi verwandelt werden.“
- „Ohne Gottes Gnade können wir nicht in das Reich Gottes gelangen. Und um Gnade zu erlangen, müssen wir demütig sein und Gott und unseren Nächsten lieben.“
- „Gott interessiert sich nicht für die Leistung des Einzelnen. Was für Gott zählt, ist die Einheit seines Volkes.“
- „Gott bestraft nicht. Er respektiert die freie Entscheidung des Menschen. Aber wenn du etwas Falsches tust, musst du die Konsequenzen tragen.“
„Wir wollen an unserer Motivation arbeiten“, betonte der Stammapostel. Die Grundlagen dafür:
- Glaube: „Auch wenn ich es nicht sehen kann, auch wenn ich es nicht verstehen kann – Gott hat es mir gesagt, also glaube ich daran. Er ist die Wahrheit.“
- Dankbarkeit: „Wir dienen ihm nicht, weil wir etwas dafür haben wollen. Wir dienen ihm, weil wir schon so viel bekommen haben.“
- Liebe zu Jesus Christus: „Ich möchte bei ihm sein. Deshalb tue ich, was er will. Der Rest ist egal.“
- Nachfolge: „Wir wollen so werden wie er. Er ist unser Vorbild.“
- Nächstenliebe: „Wir tun unserem Nächsten Gutes, nicht um unserer selbst willen, nicht um bewundert, belohnt und gefeiert zu werden. Wir tun unserem Nächsten Gutes, weil wir Gott dabei helfen wollen, unseren Nächsten zu retten.“
Die Aufwärtsspirale startet
Dann zündet der positive Kreislauf: „Wir erweitern unser Wissen; wir reinigen unsere Motivation. Dadurch arbeiten wir besser. Wir können Gottes Hilfe und Liebe öfter erfahren. Und diese Erfahrung stärkt wiederum unseren Glauben und unsere Liebe.“
„Wenn du das tust, kannst du sicher sein, dass der Same, den du heute säst, aufkeimen wird“, schloss Stammapostel Schneider: „Auf Erden oder im Jenseits, oder später im Friedensreich. Das spielt keine Rolle. Aber deine Arbeit ist nicht umsonst.“











