Ist Tafelsig, Schauplatz Pfingsten 2026, die größte neuapostolische Kirche der Welt? Das ist nicht so klar. Je nachdem, wie man zählt…
Das Kirchengebäude der Gemeinde Tafelsig in Kapstadt (Südafrika) ist keinesfalls zu übersehen. Wer daran vorbeikommt, dem ist sofort klar – das ist eine Neuapostolische Kirche. Dafür ist nicht nur das imposante Gebäude verantwortlich. Jede Seite des Baus ziert das Kirchenemblem. Und das nicht nur vorne, hinten und recht, links. Wer einen Blick aus luftiger Höhe auf die Kirche wagt, der erblick es auch auf dem kuppelartigen Dach. Doch wie entstand dieses große Bauwerk überhaupt?



Vom Wohnzimmer zur großen Kirche
Die ersten neuapostolischen Familien zogen 1980 aus anderen Vororten Kapstadts wie Athlone, Bonteheuwel und Elsies River nach Tafelsig. Da es noch kein Kirchengebäude gab, fanden die Gottesdienste, die Sonntagsschule und die Chorproben vorerst in den Wohnungen der Geschwister statt. Doch auch diese Hausgemeinden waren bald schon viel zu klein und es entstanden immer wieder Neue.
Die Kirchenleitung erlangte schließlich die Genehmigung, die Gottesdienste in benachbarten Schulen abzuhalten. Später kaufte die Kirche zwei Häuser, die so umgebaut wurden, dass sie den Bedürfnissen der Gemeinde entsprachen und insgesamt 500 Gemeindemitgliedern Platz boten. 1996 weihten der damalige Apostel Noel Barnes und Bischof John Kriel die beiden Kirchen in Tafelsig.
Doch schon wenige Jahre später reichten auch die Kapazitäten nicht mehr aus. Durch die Unterstützung der städtischen Behörden konnte ein geeigneter Baugrund für den Neubau eines großen Gotteshauses gefunden werden. Am 18. Juni 1998 tat Apostel Cecil van der Merwe den ersten Spatenstich und fast anderthalb Jahre danach weihte Bezirksapostel Barnes das neue Kirchengebäude am 20. Juni 1999.
Zu diesem Anlass verwendete er das Bibelwort aus 2. Korinther 5,1: „Denn wir wissen: Wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mir Händen gemacht, das ewig ist im Himmel.“
Groß gedacht, hoch gebaut
Da die Baufläche für die Kirche begrenzt war, aber der Bedarf an Sitzplätzen enorm, entschied sich der Architekt für einen gelungenen Kniff: in die Höhe bauen. Das gesamte Gebäude wurde auf Säulen errichtet, was aber nur von außen auffällt und darunter gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten.
Eine Fiberglaskuppel lässt viel Licht in das riesige Kirchenschiff. Hier sind an den Wänden zwei Emporen hochgezogen mit gläsernem Geländer für eine gute Sicht auf den Altar. Das Altarpodest kann in zwei Ebenen unterteilt werden, um Chor und Orchester bei Konzerten ausreichend Platz zu geben. Eine elektrische, dreimanualige Orgel mit sieben Pfeifenregistern thront über dem Altarraum. Der dazugehörige Spieltisch befindet sich in einem abgesenkten Balkon an einer der Emporen. Das Geschoss zwischen den Emporen verfügt über Unterricht- und Waschräume sowie weitere Sitzmöglichkeiten und einem Konferenz-Center, das mit Fernseh- und Videoanlagen ausgestattet ist.
Die maximale Sitzplatzbelegung wurde in vergangenen Jahren oft mit 4000 Plätze. Darin inbegriffen war alles bis auf den letzten Winkel, inklusive der Ausziehsitze an den Bänken und den Sitzmöglichkeiten im Zwischengeschoss. Doch aufgrund der heute geltenden Sicherheitsvorgaben hat die Kirche in Tafelsig nun noch eine offizielle Sitzplatzkapazität von 2500. Da zählt mindestens eine Kirche in Sambia mehr. Aber dies ist eine andere Geschichte für ein nächstes Pfingsten.



Gastgeberin mit Erfahrung
Drei Pfingsten hat Tafelig als Gemeinde bereits ausgerichtet – 2006 und 2010 mit Stammapostel Wilhelm Leber und zuletzt 2023 mit Stammapostel Jean-Luc Schneider. Sie ist also als Gastgeberin geübt und für das kommende Pfingstfest am 24. Mai 2026 mit Stammapostel Schneider gut gerüstet. Gespannt blickt sie auf den Stammapostelwechsel und heißt den zukünftigen Stammapostel Helge Mutschler herzlich willkommen.


Foto: NAC Southern Africa