faith.today

Mit Rückenwind durch den September

August 31, 2026

Author: Andreas Rother

Print
Anhören

Heil empfangen, das Evangelium weitertragen, Segen teilen und neue Kraft gewinnen: Die Sonntagsgottesdienste im September zeigen einen Glauben, der voranbringt.

Drei Zeugen, ein Heil

Wasser, Geist und Blut – drei Zeugen, die übereinstimmen. Mit diesem Bild aus dem ersten Johannesbrief beginnt am 6. September der erste Sonntagsgottesdienst des Monats. Was erstmal rätselhaft klingt, führt mitten hinein in das Wirken Gottes.

Das Wasser erinnert an die Taufe Jesu, das Blut an seinen Tod am Kreuz und der Geist bezeugt ihn als Erlöser. Außerdem zeigen sich hier die Sakramente: Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung und Heiliges Abendmahl. So bleibt das Heil nicht bloß ein Versprechen. Es wird sichtbar und erfahrbar.

Taufe und Versiegelung schenken das neue Leben in Christus und die Möglichkeit, bei der Wiederkunft Christi dabei zu sein. Im Heiligen Abendmahl empfangen die Gläubigen Kraft, in der Gemeinschaft mit ihm zu bleiben. Doch was verändert sich dadurch im Alltag? Darum geht es am ersten Sonntag im September.

Vom Tempel bis ins Wohnzimmer

Die ersten Christen kannten keine strikte Trennung zwischen Glauben und Alltag. Sie lehrten und predigten im Tempel – und genauso in den Häusern. Das Evangelium gehörte ins öffentliche ebenso wie ins private Leben. Darum dreht sich der Gottesdienst am 13. September.

Der Tempel steht für alle Orte, an denen christlicher Glaube sichtbar wird: in der Gemeinde, am Arbeitsplatz oder mitten in der Gesellschaft. Die Häuser stehen für Nähe, Vertrauen und Gemeinschaft – für Familie, Freundeskreis und Seelsorge. Hier wie dort wird das Evangelium nicht allein mit Worten verkündigt.

Doch wie lässt sich die frohe Botschaft heute glaubwürdig weitergeben? Der zweite September-Sonntag sucht nach zeitgemäßen Wegen.

Vom Segen getroffen

„Es werden über dich kommen alle diese Segnungen, und sie werden dich treffen“: Das Bibelwort für den 20. September lässt dem Segen kaum eine Ausweichmöglichkeit. Doch was ist überhaupt Segen? Gesundheit, Erfolg und ein Leben ohne Schwierigkeiten?

Im Alten Testament ist Segen eng mit dem Bund Gottes und dem Gehorsam des Volkes Israel verbunden. Jesus Christus weitet den Blick auf eine größere Dimension. Wahrer Segen besteht in der Gemeinschaft mit Gott – und reicht bis ins ewige Leben.
Im Gottesdienst begegnet dieser Segen in Wort und Sakrament. Doch dort soll der Segen nicht bleiben. „Du sollst ein Segen sein“ – aus Gesegneten werden Segnende. Wie das gelingen kann, davon handelt der dritte Sonntag.

Warten mit Flügeln

Laufen, ohne matt zu werden. Weitergehen, ohne zu ermüden. Sich erheben mit Flügeln wie ein Adler: Mit Bildern voller Kraft spricht Jesaja Menschen an, denen gerade die Kraft fehlt. Sie stehen im Mittelpunkt des Gottesdienstes am 27. September.

Erschöpfung gehört für viele zum Alltag. Da drängt sich die Frage auf: „Sieht Gott noch, was ich trage?“ Dieses Gefühl kannte schon das Volk Israel. Die Antwort des Propheten ist eindeutig: Gott übersieht niemanden. Kein Mensch fällt aus seiner Fürsorge.

Auf den Herrn zu harren, bedeutet nicht, untätig die Hände in den Schoß zu legen. Es heißt, sich bewusst auf Gott auszurichten, ihm zu vertrauen und ihm treu zu bleiben – auch wenn sich die Umstände nicht sofort verändern. Gott verspricht keinen schnellen Energieschub, sondern neue Kraft für außergewöhnliche Belastungen ebenso wie für die unscheinbaren Schritte des Alltags.


Foto: SSTC AI Photo&Video – stock.adobe.com

August 31, 2026

Author: Andreas Rother

Print