Der Tempel ist nicht nur ein Ort – er ist die Kirche Christi. Offen für alle und dem Gebet zugedacht. Doch nicht jedem ist das bewusst, der Stammapostel gibt Aufschluss.
Dem Gottesdienst für Geistliche am Mittwoch, 1 Juli 2026 in Limete in Kinshasa (Demokratische Republik Kongo West) legte Stammapostel Helge Mutschler das Bibelwort aus Markus 11,17a zugrunde: „Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: ‚Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker‘?“
„Wir sind der Tempel“
Vor 2000 Jahren seien viele Juden zum Passahfest nach Jerusalem gereist. Dort seien sie verpflichtet gewesen, eine Tempelsteuer in ortsüblicher Währung zu entrichten und ein Opfer darzubringen. Im Tempel seien daher Geldwechsler und Taubenverkäufer gewesen, die überhöhte Preise verlangten und die Situation ausnutzten.
„Einen Tag nach dem Passahfest ging Jesus zum Tempel und sah dies.“ Er sei zornig geworden und habe die Verkäufer und Käufer hinausgetrieben und die Tische der Geldwechsler umgeworfen. „Achtung!“, warnte der Stammapostel: „Jesus tat dies nicht, um zu zeigen, dass Gewalt im Namen der Religion möglich ist.“ Er habe dies getan, um ein Zeichen zu setzten und die Menschen zu lehren – dieses Verhalten sei im Tempel absolut inakzeptabel.
Er wies auf den Tempel und machte klar, sein Haus solle ein Haus des Gebets für alle Völker sein, aber diese Leute haben daraus eine Räuberhöhle gemacht. Heute existiere dieser Tempel nicht mehr. „Was meinte Jesus also mit dem Begriff ‚Tempel‘?“, fragte Stammapostel Mutschler. „Wir sind der Tempel.“ Alle zusammen, die Gemeinde Christi mache den Tempel aus. „Wir sollen ein Haus des Gebets sein.“
Weder Handelshaus noch Räuberhöhle
Und damit sei klar, was dieser Tempel auf jeden Fall nicht ist:
Kein Handelshaus: Es sein inakzeptabel im Names der Kirche Geschäfte zu machen und sie für wirtschaftliche Zwecke zu missbrauchen. Gott sei kein Verkaufsautomat – „wir beten zu Gott, als würden wir eine Münze einwerfen“ und erwarten, dass er gebe, was man wolle. Etwas im Hause Gottes tun und fragen: „Was springt für mich dabei heraus?“ Die Angst, nicht geliebt zu werden und zu fragen: „Was muss ich tun, um von Gott geliebt zu werden?“
Keine Räuberhöhle: Räuber versteckten sich, schlössen Fenster und Türen, löschten das Licht, seien still und voller Furcht, bestraft zu werden. „Wir alle sind solche Räuber, denn wir sind Sünder.“ Oft verberge man diese dunklen Seiten und spreche nicht darüber.
Kein Ort mechanischer Rituale: Manche Pilger in Jerusalem seien lustlos und mechanisch gewesen, als sie ihr Opfer darbrachten. Auch im Dienst Gottes passiere dies und man denke: „Oh, jetzt muss ich dies und das tun. Eigentlich möchte ich nicht, aber ich muss.“
Ein Bethaus sein
Der Stammapostel rief dazu auf: „Lasst uns ein Haus des Gebetes sein und …“
„… zu Gott gehen und ihn demütig um alles bitten, was wir möchten.“ Man müsse keine Leistung erbringen, „Gott liebt dich.“ Und alles, was man in der Kirche tue, tue man nicht, um einen Vorteil zu erlangen, sondern „weil wir Gott lieben und weil wir unsere Brüder und Schwestern lieben.“
„… zu Gott gehen und mit ihm über unsere dunklen Seiten und Sünden sprechen. Habt keine Angst, Glaubt einfach.“ Gott wolle nicht bestrafen, er liebt und wolle vergeben.
„… begreifen, dass wir unseren gesamten Dienst dazu leisten, Gott in großer Freude anzubeten.“
Tempel für alle
Die gesamte Kirche solle ein Haus des Gebets sein. Sie ist gleichermaßen offen für Kinder, Jugend, Senioren, für inaktive Glaubensgeschwister, Arme, Schwache, Sünder – es gebe keine Unterschiede. „Jeder Mensch hat dieselbe Würde!“
Die Kirche Christi stehe über den ethnischen Unterschieden. Als Geistlicher stelle man sich nicht über die Geschwister und nutzte die Position zu ihrem Nachteil aus. Man lebe in Christus in Einheit in Vielfalt, denn jede Gemeinde habe ihre eigene Mischung aus Kulturen, Traditionen, Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Meinungen. Doch die Liebe Gottes verbinde miteinander und richte auf Christus hin aus. Das Evangelium sei für alle Menschen und Völker heute und im Friedensreich.
„Wir sind der Tempel Gottes“, schloss der Stammapostel seine Predigt: „Dieser soll ein Haus des Gebets für alle sein. Und dort/hier möge jeden Tag das größte Gebet erklingen, das lautet: ‚Komm, Herr Jesus komm!‘“







