Vor 50 Jahren schlug die Neuapostolische Kirche Wurzeln in Pakistan. Stammapostel Helge Mutschler ist dieses Wochenende zu Gast.
„Land der Reinen“, so lautet der Name Pakistans in Urdu, eine der Amtssprachen des südasiatischen Landes neben Englisch. Überwiegend herrscht dort ein trockenheißes Monsunklima, doch im Norden kommt es eher zu winterkalten Gebirgstemperaturen.
Pakistan beheimatet rund 252 Millionen Menschen, darunter Bevölkerungsgruppen der Panjabi, Paschtunen, Sindhi, Saraiki, Muhadschir oder Belutschen. Gut 46 Prozent der Frauen sowie 70 Prozent der Männer können lesen und schreiben, das Prokopfeinkommen der Einwohner beträgt umgerechnet circa 1500 US-Dollar im Jahr und die Arbeitslosenquote liegt bei 5,5 Prozent.
Zum muslimischen Glauben bekennen sich in Pakistan 97 Prozent der Bevölkerung, 3 Prozent sind Hindus und Christen. Rund 200.000 Gläubige gehören der Neuapostolischen Kirche an, die seit 50 Jahren im Land aktiv ist.
Das Fundament wird gelegt
Im Jahr 1973 steht ein Mann namens Anwar Riaz aus Pakistan an einer Bushaltestelle in Buffalo (USA), kommt mit einer Frau ins Gespräch und hört zum ersten Mal in seinem Leben vom neuapostolischen Glauben. Einige Jahre später besucht sein Sohn für sechs Monate Verwandte in Kanada und wird von einem Freund in die Gottesdienste der Neuapostolischen Kirche eingeladen. Er kommt oft, denn besonders die Jugendgruppe hat es ihm angetan und er erzählt seinem Vater davon.
Anwar hat zu diesem Zeitpunkt eine gehobene Stellung in der „United Presbyterian Church in the USA“ in Pakistan inne, doch will er mehr über diesen neuapostolischen Glauben wissen. Kontakt wird hergestellt und im Februar 1976 kommt Bezirksältester Fred Wiesel aus Kanada zu Besuch. Zwei Monate später, wird Anwar mit seiner Familie getauft und im Juni durch Bezirksapostel Michael Kraus versiegelt sowie zum Bezirksevangelisten für Pakistan gesetzt. Am 19. Februar 1978 wird er von Stammapostel Ernst Streckeisen zum Apostel ordiniert.
Ein wahres Bethanien
„Wir reisten mit Bischof Wiesel von Dorf zu Dorf und zeugten vom Evangelium Jesu,“ erinnert sich Anwar und innerhalb kürzester Zeit erreichen sie viele offene Ohren und Herzen. Nach anderthalb Jahren bekennen sich 7000 Menschen in Pakistan zum neuapostolischen Glauben.
„Wir fanden ein wahres Bethanien in den Dörfern, wo wir dienten“, heißt es1977 in einem Bericht von Apostel Wilbert Vovak. Er schreibt weiter: „Bezirksevangelist Riaz hat den Schlüssel zu den Herzen der Brüder und zu diesem Volk.“ Und Fred Wiesel „hat ein wunderbares Talent im Umgang mit diesem Volk und ist oft schon für einen Pakistani gehalten worden.“
Es werden weitere Apostel ordiniert: Madan Khushal (1980), Sarwar M. John (1985), Fiaz Ud Din (1986), Roshan Raphael (1987), Edwin Riaz (1988). Auch wird 1981 ein Standort für das Kirchengebäude mit 700 Plätzen in Lahore gefunden. Fünf Jahre später zählt die Stadt 76 Gemeinden mit über 13.000 Glaubensgeschwistern. Insgesamt 150.000 neuapostolische Christen leben 1989 in Pakistan.
50 Jahre später
Die Neuapostolische Kirche zählt 50 Jahre nach der Grundsteinlegung in Pakistan über 500 Gemeinden und rund 200.000 Gläubige. In den Städten Lahore, Sahiwal und Karachi befinden sich die meistbesuchten Gemeinden und das größte Kirchengebäude ist in Lahore.
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums fanden und finden das ganze Jahr über auf lokaler Ebene Feierlichkeiten mit Geburtstagstorten, Lobgesängen und rückblickenden Reden statt. Zudem ist eine Feierstunde mit Vertretern der lokalen Behörden sowie Apostel Ifrahim Roshan und Apostel Jonathan Sturm am kommenden Sonntag geplant.
Vorfreude auf den Stammapostel
Zuletzt war Stammapostel i.R. Jean-Luc Schneider 2020 im „Land der Reinen“. Diese Woche tritt Helge Mutschler seine erste Reise als Stammapostel nach Pakistan an. Zu seiner Begrüßung erwartet ihn ein Kulturprogramm der Kinder und Jugendlichen. Zwei Gottesdienste hält er am Freitag, 25. September 2026 in Karachi sowie am Sonntag, 27. September 2026 in Lahore. Zu beiden Gottesdiensten werden insgesamt bis zu 4.500 Glaubensgeschwister erwartet.









