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Wenn alles umsonst scheint

September 23, 2026

Author: Andreas Rother

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Der Psalmist kriegt die Krise – und zwar eine, die jeden treffen kann. Und er will alles hinschmeißen. Doch dann findet er den Weg da raus – einen, den jeder mitgehen kann.

„Gott ist gut zu allen, die es gut meinen, die einen guten Willen haben, die auch hin und wieder mal was Gutes tun. War doch immer so, oder?“ Stammapostel Helge Mutschler hält inne. „Ja, Moment mal. Es gibt auch viele Böse, die sind sehr glücklich und viele Gute, die sind sehr unglücklich. Wie passt denn das zusammen?“

Auf den Gedanken-Spuren des Psalmisten Asafs wandelte der Gottesdienst am 16. August 2026 in Hanau (Deutschland): „Der Psalmist kriegt die Krise. Er schaut mal so richtig in die Verhältnisse der Welt hinein“. Und das hat sich im Kern bis heute nicht geändert. So komme auch jetzt die Frage auf: „War es umsonst, dass ich immer geopfert, gedient, geglaubt habe?“


Der Durchbruch beim dritten Versuch

„Asaf nimmt uns mit in seine Krise. Er prüft ernsthaft die Möglichkeit, jetzt alles hinzuschmeißen.“ Dann aber hat er drei wichtige Erkenntnisse gewonnen:

  • „Wenn ich jetzt gehen würde, dann müsste ich ja die Mitgläubigen, die ich schätzen und lieben gelernt habe, verlassen. Das will ich auch nicht.“
  • „Die Bösen, die werden böse enden. Naja, das Problem ist, dass diese Theorie auch nicht ganz stimmt.“ Außerdem: „Ist das tröstlich, wenn man sagt: Ja, alle Gottlosen sollten mal so enden? Ich finde, es ist kein Trost.“
  • „Asaf kommt zur dritten Erkenntnis – der Durchbruch. Es gelingt ihm, mal einen Augenblick lang nicht auf die da draußen zu gucken, sondern auf sich zu schauen und auf Gott zu schauen.“

Da wird dem Psalmisten klar: „Ich hatte keine Ahnung von dir, Gott!“ Und er spricht die Bibelworte, auf die der Gottesdienst aufbaute: „Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand. Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an“ (Psalm 73,23–24).

Wie Gott für den Menschen da ist

„Das ist der Gott, der bleibt bei dir und bei mir“, betonte der Kirchenleiter: „Jesus Christus am Kreuz ist geblieben: beim Sünder geblieben. Er ist geblieben in Hass und in Gewalt. Er ist ja sogar geblieben im Tod.“

Und dann wurde der Stammapostel ganz persönlich:

  • „Ich wünsche dir, Schwester, Bruder, dass du diesen Gott in nächster Zeit erlebst, diesen Gott, der dich hält bei deiner rechten Hand und dich nie wieder loslässt – wenn es drunter und drüber geht und wenn alles einkracht im Leben.“
  • „Und ich wünsche dir, dass du den Gott erlebst, der dich nach seinem Rat leitet, wo du keine Wege siehst, wo du orientierungslos geworden bist. Ich wünsche dir in deinem Dunkel, dass du sein Licht siehst, wo er dir zuruft von weitem: Hier, hier ist das Licht, hier, komm her, hier ist der Weg für dich.“
  • „Und ich wünsche dir, dass du den Gott erkennst, der dich in Ehren annimmt. Es ist ein Gott, der dir heute Morgen wieder sagt in dein Herz hinein: Du bist so ehrenvoll für mich in meinen Augen.“

„Daran glauben wir als neuapostolische Christen, dass Jesus Christus wiederkommt“, so der Kirchenleiter weiter: „Hoffentlich ganz, ganz bald – vielleicht heute. Dann wünsche ich uns allen, dass wir dann erleben: Es ist ein Gott, der uns annimmt, wie niemand zuvor jemals uns hätte annehmen können.“

Gottes Nähe weitergeben

„Wir dürfen das als Vorbild nehmen“, appellierte der Stammapostel und nannte Beispiele:

  • „Vielleicht ergibt sich in der nächsten Woche die Gelegenheit, dass du auch bei einem Menschen in deiner Umgebung bleibst, auch wenn alle anderen davonlaufen.“
  • „Vielleicht ergibt sich doch die Gelegenheit, dass du einmal die rechte Hand eines Arbeits- oder Studienkollegen oder Nachbarn, Nachbarin ergreifst und sagst: Auch wenn du so einsam bist, ich möchte dir etwas von meiner Zeit schenken und dir zuhören.“
  • „Es möge sich die Gelegenheit ergeben, vielleicht doch ein Licht zu schenken und einen Weg aufzuzeigen, dem Nachbarn, dem Arbeitskollegen, dem Nächsten, wo auch sein Fuß gehen kann.“
  • „Ach, wie schön wäre, wenn wir es mit der Kraft Gottes fertigbrächten, den anderen anzunehmen, in seiner Andersartigkeit, in seinen Problemen, in seiner Freude, in seinen besonderen Begabungen, in seiner Andersartigkeit. Wenn wir es fertigbrächten, einfach zu sagen: Du, du Mensch, ich nehme dich an, wie du bist, denn du bist auch von Gott geschaffen.“

September 23, 2026

Author: Andreas Rother

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