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community 4/2026: Abschied und Neubeginn

Oktober 1, 2026

Author: Oliver Rütten

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Ein Stammapostel geht in den Ruhestand, ein neuer beginnt seinen Dienst. Die neue Ausgabe von community blickt zurück auf Pfingsten in Kapstadt und begleitet Stammapostel Helge Mutschler auf seinen ersten Wegen im Amt.

Wie kommt man in den Himmel? Mit dieser Frage eröffnet Stammapostel Helge Mutschler sein erstes Editorial in community. Um zu verstehen, wie man nicht hineinkommt, blickt er auf den älteren Sohn aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn. Der wird zornig und bleibt draußen stehen; da kommt der Vater zu ihm heraus und bittet ihn herein. „Nicht der Vater versperrt den Weg zum Fest“, folgert der Kirchenleiter. Am Ende steht die Einladung: „Tritt ein in die Gemeinschaft, die Gott schenkt. Die Tür ist offen.“

Ein Haupt, zwei Stammapostel

Am Pfingstsonntag, 24. Mai 2026, hielt Stammapostel Jean-Luc Schneider in der Kirche Tafelsig in Kapstadt (Südafrika) seine letzte Predigt als internationaler Kirchenleiter. Danach ordinierte er seinen Nachfolger, der ihn in den Ruhestand setzte. Die Predigt handelt vom Leib Christi, dessen Glieder verschieden sind – von Gott so gewollt. Die Stärke der Kirche liege weder in Mitgliederzahlen noch in Geld oder Einfluss, betonte der Stammapostel. Und schwach sei jeder, je nach Blickwinkel: „Wir alle, ohne jede Ausnahme, sind in den Augen von jemandem schwach.“

Wie sich dieser Tag angefühlt hat, erzählt ein Mitglied des NAKI-Teams – von der Busfahrt entlang der Küste bis zum Ja-Wort, dem ein Moment der Stille vorausging. Kurz vor der Abfahrt erschien der scheidende Stammapostel ungewohnt früh an den Bussen, rieb sich die Hände und sagte: „Aber heute ist etwas ganz Besonderes.“

Offen und fest

Ebenfalls an Pfingsten in Südafrika sprach Jean-Luc Schneider ein letztes Mal als Stammapostel vor der Bezirksapostelversammlung. Wachstum messe sich an der Reife im Glauben, sagte er; und auch andere Kirchen führten Menschen zu Christus. Klare Grenzen zog er gegenüber allen, die Gewalt und Krieg religiös begründen oder mit dem Glauben Geschäfte machen. Und er stellte den Bezirksaposteln eine Frage: „Sind all die Regeln, die wir aufgestellt haben, die Bräuche, an denen wir so hängen, wirklich gut begründet und nützlich?“ – Sein Bild der Kirche fasste er in einem Satz zusammen: „Christus wünscht sich eine Kirche, die allen offensteht, in der sich jeder angenommen, geachtet und geliebt fühlt.“

Vom Helfer zum Stammapostel

Über das Amt, das er in Kapstadt übernommen hat, schreibt Stammapostel Mutschler selbst. Der Auftrag gehöre nicht ihm, sondern sei ihm anvertraut, betont er. Und er bekennt: „Mein Glaube trägt sich nicht selbst. Er lebt von der Gnade Gottes.“ Eine Übersicht zeigt alle zehn Stammapostel seit 1897.

Drei Gottesdienstberichte zeichnen seinen Weg zwischen März und Juni nach: Noch als Stammapostelhelfer predigte er am 15. März 2026 in Humpolec (Tschechien) über Golgatha. Seinen ersten Gottesdienst als Stammapostel feierte er am Sonntag, 31. Mai 2026, in Stendal (Deutschland). „Für dich ist dort Platz an diesem Tisch“, versicherte er. Eine Woche später erklärte er im Estádio dos Coqueiros in Luanda (Angola): „Fallen ist nicht das Problem, sondern das Problem ist das Liegenbleiben.“ Aus eigener Kraft sei das Aufstehen schwer, mit Gottes Kraft gelinge es: Christus reiche die Hand.

Der Herr lädt ein

Opfergebet, Aussonderung, Empfang: Was in der Abendmahlsfeier immer gleich abläuft, erklärt der Lehrbeitrag Schritt für Schritt, beginnend mit dem Gebet um die Wirkmacht des Heiligen Geistes, endend mit dem Zudecken der Kelche. Dabei wird deutlich, wer handelt. „Jesus Christus ist der Herr des Sakraments“, hält der Text fest. Wenn es in der Einladung heißt: „Nun lädt der Herr zum Heiligen Abendmahl“, dann ruft Christus selbst an seinen Tisch.

Nach Äthiopien, nach Almaty

Für Kinder – und für die Älteren – erzählt die Bibelgeschichte vom Kämmerer aus Äthiopien, dem Philippus eine Stelle aus dem Buch Jesaja erklärt und den er anschließend tauft.

Die Serie „Zu Besuch bei …“ führt diesmal nach Kasachstan. Der zehnjährige Ruslan lebt mit seinen Eltern und den Schwestern Sofia und Alisa in Almaty, der größten Stadt des Landes. Er mag Mathematik, Brettspiele und Nudeln. Und er berichtet vom Gesangswettbewerb Aitys, bei dem zwei Sänger zur Dombra, einem traditionellen Instrument, in spontan gereimten Versen gegeneinander antreten.

Hintergrund: community erscheint einmal im Quartal. Die Neuapostolische Kirche International gibt die Zeitschrift in Englisch, Französisch und Spanisch heraus; weitere Sprachfassungen erstellen die Bezirksapostelbereiche. Die Druckausgabe erreicht vor allem Kirchenmitglieder, die keinen oder nur eingeschränkten Internetzugang haben. Alle Ausgaben von community stehen auf nac.today zum Lesen und Herunterladen bereit.

Oktober 1, 2026

Author: Oliver Rütten

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