Die neuapostolischen Kirchenverwaltungen in Europa arbeiten noch stärker zusammen. Konkrete Vorgaben haben die Bezirksapostel in ihrer jüngsten Sitzung besprochen.
Grundsätzlich ist das Thema Kooperation geübte Praxis für die Hauptquartiere in Deutschland und der Schweiz. So gibt es bereits seit Jahren eigen Arbeitsgruppen dafür: die Dienstleistungsgruppen „Einkauf“, „Bau- und Immobilien-Management“ sowie „IT“. Hier tauschen sich Fachleute der Verwaltungen aus, erteilen gemeinschaftliche Aufträge und bauen an geteilter Infrastruktur.
Die Bezirksapostelversammlung Europa will noch einige Schritte weitergehen. Die Möglichkeiten wurden während der jüngsten Tagung unter Vorsitz von Stammapostel Helge Mutschler am vergangenen Donnerstag und Freitag in Tuttlingen (Süddeutschland) besprochen. Darüber berichten die offiziellen Webseiten der Neuapostolischen Kirche International (NAKI) sowie der Bezirksapostelbereiche Nord- und Ostdeutschland, Schweiz, Süddeutschland sowie Westdeutschland in gleichlautenden Bekanntmachungen.
Gleiche Praxis im gleichen Kulturkreis
Ein Schwerpunkt der Beratungen war die Harmonisierung von kirchlichen Richtlinien. Die Vorgaben gelten grundsätzlich weltweit, innerhalb dieses Rahmens sind jedoch regionale Ausprägungen sinnvoll und möglich.
Hier streben die europäischen Bezirksapostel einheitliche Verfahrensweisen in ihrem gemeinsamen Kulturkreis an. Historisch gewachsen gibt es bislang allein in dem einem Land Deutschland noch unterschiedliche Vorgaben.
Nicht alles mehrfach machen
Auch in der administrativen Arbeit sehen die Bezirksapostel noch weiteres Potential für Kooperationen. Schließlich stünden die Verwaltungen vor den gleichen technischen Anforderungen, teilten als Körperschaften öffentlichen Rechts juristische Rahmenbedingungen und hätten als Arbeitgeber identische Aufgaben zu erledigen.
Deshalb sei es nicht nur sinnvoll, sondern angezeigt, die Zusammenarbeit zu intensivieren. Das reiche vom Austausch von Wissen und Erfahrungen über das Teilen von Einrichtungen und Strukturen bis hin zur Entwicklung gemeinsamer Lösungen.
Aus Absichten werden Aufträge
„Der Stammapostel stellte klar, dass diese Kooperation weder Hintergrund noch Vorstufe einer weiteren Fusion von Gebietskirchen sei“, heißt es in der gemeinsamen Bekanntmachung. „Vielmehr handle es sich um eine langfristige, verbindliche Zusammenarbeit, in der die Gebietskirchen als jeweils eigenständige Partner auftreten.“
Allerdings sei den Bezirksaposteln klar: „Vielfalt in der Einheit bedeutet auch, dass man nicht auf der eigenen Lösung beharrt, sondern sie zugunsten der Einheit auch einmal aufgibt“, erläuterte Simon Heiniger, Leiter Kommunikation und Projektmanagement der Neuapostolischen Kirche International (NAKI).
Dass es um mehr als Absichtserklärungen geht, zeigt der erste konkrete Auftrag, den die Versammlung bereits vergeben hat: Eine Gruppe von Amtsträgerinnen wird sich die bestehenden Regelungen zur Kleidung weiblicher Geistlicher vornehmen und eine einheitliche europäische Regelung erarbeiten.