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Aus Dank für die Zukunft 

Oktober 8, 2026

Author: Sophie Berg

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Bezirksapostel, Unternehmer, Stifter. Sein Leben war geprägt von Tatkraft, Dankbarkeit und dem Wunsch zu helfen – der bis heute fortwirkt. Vor 90 Jahren wurde Horst Ehlebracht geboren. 

„Kein Mann, der viele Worte machte, sondern ein Mann der Tat“, so beschreibt der damalige Stammapostel Richard Fehr den Bezirksapostel Horst Ehlebracht bei dessen Trauerfeier am 10. Februar 2004 in Herford (Deutschland). 

Am 9. Oktober 1936 wird Horst Ehlebracht in ein neuapostolisches Elternhaus geboren. Er erlebt eine vom Zweiten Weltkrieg geprägte Kindheit, der Vater eingezogen, die Familie evakuiert. Nach der Schule schließt er eine Ausbildung zum Techniker erfolgreich ab und gründet einige Jahre später sein eigenes Unternehmen. Drei Kinder bereichern die Ehe mit seiner Frau Gerda. 

1959 empfängt er das Amt des Unterdiakons und nach weiteren Amtsstufen wird er 1991 Bezirksapostel für die Gebietskirche Nordrhein-Westfalen. Rund 11 Jahre ist er als Bezirksapostel tätig und dient als einer der ersten in Portugal, Brasilien, am Eismeer oder im Baltikum. Am 15. September 1999 gründet er die kirchennahe Horst-Ehlebracht-Stiftung. 

Der Kreislauf schließt sich 

Carmen Ehlebracht, Tochter des Bezirksapostels, erinnert sich: „Die Motivation, die Stiftung zu gründen, war einzig sein großer Dank und die Demut unserem Gott gegenüber, einen Großteil seines Privatvermögens dem zurückzugeben, von dem er es empfangen hatte.“ Im engsten Familienkreis habe er des Öfteren betont, dass nur mit Gottes Hilfe alles Erreichte und sein Lebenswerk möglich gewesen seien. „Gottes Werk stand für ihn immer an erster Stelle – hier sollte alles wieder hin zurückfließen.“ 

So diente die Horst-Ehlebracht-Stiftung insbesondere der Förderung kirchlicher Zwecke, speziell auch der Förderung der Neuapostolischen Kirche des Landes Nordrhein-Westfalen K.d.ö.R.; hier in erster Linie der Einrichtung und der Unterhaltung von Kirchengebäuden, der Durchführung von Gottesdiensten, der kirchlichen Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit sowie der weltweiten kirchlichen Missionstätigkeit. 

Seit ihrer Gründung konnte die Stiftung die Neuapostolische Kirche finanziell unterstützen. Je nach Ertragslage der Stiftung fielen die Beträge unterschiedlich hoch aus. Mit ihrer Hilfe konnte unter anderem ein bedeutender Teil des Neubaus der Neuapostolischen Kirche in Bad Oeynhausen finanziert werden. 

Eine Erbschaft macht Probleme 

Eine größere Erbschaft mit Zweckbindung (Hilfe für kranke Kinder und Jugendliche) stellt die Gebietskirche Westdeutschland 2019 vor eine Herausforderung, denn diese Auflagen sind innerhalb der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Kirche nicht umsetzbar. Also was tun? – Der Gedanke nimmt Gestalt an, diesen geforderten mildtätigen Zweck in einer eigenen Stiftung umzusetzen. 

Schließlich spinnt sich der Gedanke weiter, denn es gibt ja bereits die Horst-Ehlebracht-Stiftung. Warum diese nicht nutzen und eine Satzungsänderung vornehmen, die den mildtätigen Zweck einbindet? – Die Idee wird vom Vorstand der Stiftung begrüßt. 2021 erfolgt die Änderung der Stiftungssatzung und eine Namensänderung mit Hilfe von Anwälten und in enger Abstimmung mit der Stiftungsaufsicht sowie dem damaligen Bezirksapostel Rainer Storck. 

Aus der Horst-Ehlebracht-Stiftung wird die Stiftung der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland. „Mein Vater hat sein Leben lang viele Menschen finanziell unterstützt und aus Notsituationen herausgeholfen, aber dies geschah immer in der Stille“, erzählt Carmen Ehlebracht. „Mit der Stiftung wollte er diese Unterstützung und den Erhalt der Kirche über seinen Tod hinaus gewährleistet wissen.“ Diesen Gedanken kann die Stiftung der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland nun in größerem Umfang mit mehr Möglichkeiten fortsetzen. 

Nachfolgerin der Horst-Ehlebracht-Stiftung 

Die neue Stiftung mit Sitz in Herford ist eine rechtsfähige Stiftung, die auch weitere nicht rechtsfähige Treuhandstiftungen aufnehmen kann. Ihr Auftrag ist die Förderung der Jugend- und Altenhilfe, der Behindertenhilfe, des Wohlfahrtswesens, der Entwicklungszusammenarbeit sowie mildtätiger und kirchlicher Zwecke. 

Durch sie ist es nun möglich neben Zuwendungen an die Kirche in Form von Spenden oder Berücksichtigungen in Testamenten auch gezielt Personengruppen, Einrichtungen und Aufgaben der Kirche zu unterstützen. 

Als Nachfolgerin der Horst-Ehlebracht-Stiftung dient die Stiftung der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland als Dach der gemeinnützigen Gesellschaften der Kirche, dazu zählen die Neuapostolische Seniorenzentrum Oberhausen gGmbH und die NAK Kindertagesstätten gGmbH. So werden Prozesse verschlankt, Synergieeffekte genutzt und die Erträge der Gesellschaften kommen dem Stiftungskapital zugute. 

„Sein Herz gehörte der Familie; seine Seele dem Herrn und seinem Werk“, so Stammapostel Fehr über den Bezirksapostel und Stiftungsgründer. 

Foto: NAK Westdeutschland, Archiv

Oktober 8, 2026

Author: Sophie Berg

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