Welche Kleider tragen Christen? Wo sind sie zu erwerben? Was kosten sie? – Die Antwort des Stammapostels überrascht: „Sie sind bereits da, zieh sie an.“
Für den Jugendgottesdienst am Samstag, 6. Juni 2026 in Luanda (Angola) wählte Stammapostel Helge Mutschler das Bibelwort aus Kolosser 3,12: „So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld.“
Alte versus neue Kleider
Der Hintergrund des Wortes sei interessant, denn Apostel Paulus habe einen Brief an die Gemeinde in Kolossä geschrieben. Dies sei notwendig gewesen, da die Geschwister sich dort nicht so verhielten wie sie sollten – Lüge, Betrug, Streit bestimmten den Alltag. Doch was sollte er schreiben?
Kolossä sei zur damaligen Zeit ein „Modezentrum“ gewesen. Dort seien Stoffe gefärbt und Kleidung hergestellt sowie verkauft worden. Also habe der Apostel ihnen folgendes Bild in seinem Brief nahegelegt: „Sie sollen ihre unguten Verhaltensweisen wie ein altes Kleid ausziehen und ablegen, wegwerfen am besten.“ Außerdem: „Die neuen Verhaltensweisen – so wie Christen sich benehmen – wie neue Kleider, wie schöne Kleider anziehen.“ Manchmal sei es schwierig, ein altes Kleidungsstück auszuziehen und beiseitezulegen. Mancher habe gar nichts anderes zum Anziehen, mancher hänge an seinem Lieblingsstück.
„Schwierig ist es mit neuen Kleidern.“ Manche hätten die Qual der Wahl, es gäbe so viele unterschiedliche Überzeugungen, Geistesströmungen und Ratgeber. „Es ist ganz einfach, Christen: Wir kleiden uns wie Christus.“ Manche könnten sich neue Kleider nicht leisten, sie seien zu teuer. „Die Kleider Gottes, die Kleider unseres Herrn Jesus Christus kosten kein Geld.“ Und das Beste: „Sie sind schon seit der Taufe und Versiegelung in deinem ‚Kleiderschrank‘.“ Denn „mit der Gabe des Heiligen Geistes hat Gott diesen Kleiderschrank mit diesen Kleidern vollgemacht.“ Man müsse dem Heiligen Geist nur Raum zur Entfaltung geben. „Den Kleiderschrank aufmachen, die Kleider rausnehmen und anziehen.“
Die Kleider Christi
„Jetzt gucken wir mal in unseren Kleiderschrank“, forderte Stammapostel Helge Mutschler auf. Was finde sich dort?
Herzliches Erbarmen: Manchmal sei es modern, „cool“ zu sein, am anderen vorbeizugehen, da er einen nicht interessiere. Es habe Jesus gejammert und den Magen umgedreht, als er sah, wie die Witwe zu Nain ihren einzigen Sohn zu Grabe trug. „Zieh das einfach an und schaue mal in deiner Umgebung, zu deinen Nachbarn, deinen Freunden, wo Not ist und habe Mitgefühl.“
Freundlichkeit: „Liebe in Aktion.“ Dies bedeute zuzuhören, gut zu reden statt zu lästern, zu integrieren statt auszuschließen, zu begleiten, zu teilen, zu beten, zu erbauen und Dank zu sagen. „Wenn du dieses Kleidungsstück anziehst, dann wirst du loslegen und anderen Leuten Gutes tun.“
Demut: Der Herr Jesus sei demütig. Er habe im Himmel gelebt und sei freiwillig auf diese Erde gekommen, wo es Schmerz, Tod, Verrat und Hass gebe und sei bis zum Kreuz gegangen. „Zieh doch bitte dieses Kleidungsstück an und beuge dich vor jedem anderen Menschen.“ Man solle darauf bedacht sein, den anderen höher zu achten als sich selbst und ihn groß zu machen.
Sanftmut: Jesus sei von den Leuten angespuckt, geschlagen und gegeißelt worden. Dennoch habe er bei seinem Vater um Vergebung für diese Menschen gebeten. „Zieh dieses Kleidungsstück an, dann wirst du nicht mehr zurückschlagen, wenn man dich angreift.“
Geduld: Petrus habe Jesus nicht mehr vertraut, als er übers Wasser ging, und habe ihn später verraten. In beiden Fällen habe Jesus fehlerfreundlich gehandelt, Petrus die Hand gereicht und ihn gefragt, ob er ihn liebhabe. „Lasst uns doch alle freundlich mit den Fehlern umgehen und vergeben“.
„Die Kleider sind alle da, wir müssen sie nur anziehen“, appellierte der Stammapostel. Auch wenn die Kleider noch ‚viel zu groß‘ sein sollten, das „macht nichts, zieht sie trotzdem an“, denn „ihr werdet reinwachsen.“ Und wenn der Herr Jesu komme, „wird er uns anschauen und sagen: ‚Meine liebe Braut, wie schön du aussiehst.‘ Dann wird das wie ein perfekter, maßgeschneiderter Anzug oder Kleid aussehen.“









