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Mit der Kirche zerbrach sein Herz

Juli 21, 2026

Author: Andreas Rother

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Selbst seine Gegner nannten ihn einen Apostel der Liebe: Vor 80 Jahren trat Bezirksapostel Jan Jochems (Niederlande) in den Ruhestand – nach Jahren voller Spannungen. 

Am 29. Juli 1879 wurde Jan Jochems in einem kleinen Ort südlich von Utrecht geboren. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf und wurde später Lehrer an einer Grundschule. Dort kam er über einen seiner Schüler und dessen Vater erstmals mit dem neuapostolischen Glauben in Berührung.

Mit 32 Jahren empfing Jan Jochems die Heilige Versiegelung. Fünf Jahre später wurde er zum Diakon ordiniert. Nach weiteren Amtsstufen wirkte er ab 1931 als Bezirksältester und ab 1933 als Bischof. In dieser Zeit erarbeitete er zudem ein mehr als 700 Seiten starkes Lehrbuch für Konfirmanden.

Am 15. Januar 1939 empfing Jan Jochems das Apostelamt – eigentlich als Unterstützung für Bezirksapostel Johannes Hendrik van Oosbree. Doch die kommenden Jahre sollten alles andere als ruhig verlaufen.

Vom Vertrauten zum Kontrahenten

Johannes Hendrik van Oosbree gehörte zu den engsten Vertrauten von Stammapostel Hermann Niehaus. Zeitweise sah Niehaus in ihm sogar den Stammapostelhelfer für das außerdeutsche Arbeitsgebiet. Auch die Idee der weinbetupften Hostien für das Heilige Abendmahl übernahm der Stammapostel von dem Niederländer.

Unter Stammapostel Johann Gottfried Bischoff verschlechterte sich das Verhältnis jedoch zunehmend. Van Oosbree entwickelte Vorstellungen, die immer stärker von der neuapostolischen Lehre abwichen. Bischoff dagegen setzte darauf, die Traditionen der Kirche wieder zu festigen.

Der Bruch – und eine klare Antwort

Was folgte, war eine Trennung auf Raten. Und Apostel Jochems machte Bezirksapostel von Oosbree klar: „Von dem Augenblick an, wo Sie dem Stammapostel nicht mehr nachfolgen, werde ich Ihnen auch nicht mehr nachfolgen. Ich kann nicht länger Mitglied einer Gemeinschaft bleiben, in der das Fundament fehlt, nämlich die Einheit der Apostel.“

Dabei bemühte sich Apostel Jan Jochems vor allem um die Gläubigen: „Er ist sehr beliebt bei vielen Brüdern und Schwestern wegen seiner Liebe und seiner bewegten Art, die Anvertrauten zu versorgen“, schrieb selbst ein Gegner über ihn. 

Was am Ende verbindet

Der endgültige Bruch erfolgte zu Ostern 1946: Van Oosbree war gestorben und hatte Lambertus Slok testamentarisch zu seinem Nachfolger bestimmt. Ihm schlossen sich etwa 26.000 Gläubige an, bei Jochems blieben rund 5000 Mitglieder.

Die Spaltung traf Apostel Jochems schwer. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends. Bereits am 21. Juli 1946 wurde er in den Ruhestand versetzt; Berend Frederik Paasman übernahm die Leitung. Jochems erholte sich nicht mehr. Er starb am 10. Februar 1947.

Rund 70 Jahre später kamen Vertreter der Neuapostolischen Kirche und des Apostolisch Genootschap zu einem gemeinsamen Tag der Rückschau zusammen. Einer der Referenten erinnerte an das, was Jan Jochems schon zu Lebzeiten ausgezeichnet hatte: die Liebe. Sie, so sagte er, sei das verbindende Leitprinzip aller apostolischen Traditionen.

Juli 21, 2026

Author: Andreas Rother

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