Gebrauchte Waren mit großer Wirkung: Wie ein neuer Second-Hand-Laden auf Bonaire zum Publikumsmagnet wird und dabei Menschen und Kirche miteinander verbindet.
In seinem kräftigen Gelbton strahlt es mit der Sonne um die Wette: Das neue Gebäude des Second-Hand-Ladens der Neuapostolischen Kirche auf der niederländischen Insel Bonaire vor der Küste Venezuelas. Feierlich öffnete das Geschäft „Magazina Kaminda Djabou“ am Samstag, 18. April 2026 seine Türen und zog den ganzen Tag über Besucher aus der Umgebung an. Wie kam das alles überhaupt zustande?
Ein Gewinn für die Insel
Die gemeinnützige Stiftung „Stichting Corantijn“ in den Niederlanden, eine Initiative der Neuapostolischen Kirche, unterstützt und stärkt seit fast 30 Jahren in verschiedenen Bereichen das südamerikanische Land Surinam. So betreibt die niederländische Gebietskirche dort seit mehreren Jahren einen Second-Hand-Laden direkt neben der Kirche, der sich als Bereicherung für die Menschen vor Ort sowie das kirchliche Leben entpuppt hat.
Diese Idee griff auch die kleine Gemeinde auf der Insel Bonaire auf und eröffnete vor drei Jahren ein erstes Geschäft auf dem Kirchengelände. Es steht unter der Schirmherrschaft der Kirche selbst und wird von Bischof Ruud Vis koordiniert.
Doch handelte es sich bei dem Second-Hand-Laden eher um ein Lager, von dem aus das Geschäft betrieben wurde. Jetzt ist es durch ein neues Gebäude neben der Kirche abgelöst worden. Um ausreichend Platz für alle zum Verkauf vorgesehenen Waren zu haben, wurde das Lager wieder angebaut. Und was kann dort alles erworben werden?
Ein Container voller Möglichkeiten
Das Geschäft bietet ein breites Sortiment für verschiedene Zielgruppen auf der Insel: Möbel, Haushaltswaren, Elektrogeräte, Kleidung, Bücher, Spielzeug, Schuhe, Bettwäsche und Werkzeuge. Die Ware stammt vorrangig aus den Niederlanden, denn dort wird mehrmals im Jahr ein Container mit Second-Hand-Artikeln befüllt und nach Bonaire verschifft.
In den Niederlanden steht der Container bei einer lokalen Gemeinde und jeder, der will, kann diese Initiative unterstützen. Gemeindemitglieder wie Nachbarn können ihre Sachen dort abgeben. Bischof Ruud Vis berichtet: „Dies bietet den örtlichen Gemeinden in den Niederlanden eine Plattform und einen Anlass, sich in ihrem Dorf oder ihrer Stadt zu präsentieren.“
Zurück in Bonaire: Hier engagiert sich ein Team von Freiwilligen aus der Gemeinde unter Leitung des Vorstehers für den Laden. Jeden Samstag öffnen sie die Türen des Geschäfts für ein paar Stunden und heißen die Kunden herzlich willkommen. „Es kommen auch Leute, die auf Schnäppchenjagd sind“, verrät Bischof Ruud Vis. Neu ist auch: Ab sofort kann mit Karte bezahlt werden.
Von der Einkaufstüte zur Kirchentür
Die Einnahmen aus dem Verkauf tragen mittlerweile dazu bei, die Gemeinde von Bonaire finanziell zu unterstützen. Außerdem: „Die Lage des Ladens neben der Kirche sorgt für mehr Publikumsverkehr rund um die Kirche und trägt dazu bei, dass unsere Kirche auf der Insel bekannter und sichtbarer wird“, erklärt der Bischof, und fügt hinzu: „Der Laden hat bereits einige Menschen in die Kirche geführt, die nicht nur nach materiellen Produkten, sondern auch nach seelsorgerischer Betreuung suchen.“ Die Gemeinde blickt voller Zuversicht in die Zukunft des Ladens.











