Gemeinde und Inklusion: Alle gehören dazu

Die Flagge am Eingang des internationalen Kirchensitzes in Zürich ist gehisst – ein Zeichen dafür, dass willkommene Gäste im Gebäude sind. Die europäischen Bezirksapostel treffen sich zu ihrer Herbstversammlung.

Zweimal im Jahr kommen die Bezirksapostel aus Europa in die schweizerische Großstadt. Anwesend sind die Bezirksapostel Rüdiger Krause aus Hamburg, Wolfgang Nadolny aus Berlin, Rainer Storck aus Dortmund, Bernd Koberstein aus Frankfurt, Michael Ehrich aus Stuttgart und Markus Fehlbaum aus Zürich. Sein Helfer, der Apostel Jürg Zbinden, nimmt ebenfalls Platz am Tisch, darf aber nicht mit abstimmen. Gastgeber ist Stammapostel Jean-Luc Schneider.

Viele Tagesordnungspunkte

Zwei Tage Zürich – das bedeutet eine Fülle von Tagesordnungspunkten. Themen aus den Bereichen Kinderunterrichte, Kirchenbau und IT werden genauso diskutiert, wie ein Positionspapier zum Thema Inklusion.

Inwieweit können Menschen, obgleich sie von Handicaps betroffen sind, stärker in ein jeweiliges Gemeindeumfeld einbezogen werden? Da ist die Barrierefreiheit von Kirchengebäuden nur ein Punkt unter mehreren. Das Ziel ist klar: alle Menschen in einer Gemeinde gehören uneingeschränkt zur Gemeinde dazu! Letztlich soll die Teilhabe aller am Gemeindeleben gelingen, immer und überall. Nicht behinderte und behinderte Menschen sollen auf selbstverständliche Weise überall dazu gehören und teilhaben können.

Dieser Vorsatz entspricht der Kirchenleitung zufolge dem Vorbild Jesu Christi. In Verbindung mit der Vision der Neuapostolischen Kirche appelliert die Kirchenleitung daher an ihre Mitglieder, alle Menschen einer Gemeinde in ihrer Unterschiedlichkeit gleichwertig anzunehmen und mit ihnen herzliche Gemeinschaft zu pflegen.

Gemeinsam bauen ist leichter

Kirchenneubauten kommen heutzutage eher seltener vor. Hin und wieder braucht es neue Kirchen, auch in den Regionen in Deutschland, in denen die Infrastruktur eher Sorgen macht. Bereits seit Jahren ist es der Wunsch der Bezirksapostel, dort neue Kirchen zu bauen, wo alte, zum Teil marode Kirchgebäude nicht mehr sanierungsfähig sind. Ein gemeinsames Förderprogramm zum Kirchenbau ist 2015 in die zweite Runde gegangen. Die Fördersumme umfasst 25 Millionen Euro und unterstützt Baumaßnahmen in Berlin-Brandenburg und Mitteldeutschland. Damit soll erreicht werden, dass Gottesdienstbesuchern bedarfsgerechte Kirchenräume zur Verfügung stehen und sich zukünftige Unterhalts-und Betriebskosten reduzieren.

Die Mittel dafür kommen aus den Gebietskirchen Nord- und Ostdeutschland, Nordrhein-Westfalen, Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, Süddeutschland und der Schweiz, obwohl auch sie im eigenen Bereich hohe Ausgaben zur Bestandpflege ihrer Kirchengebäude haben. Sechs jährliche Raten in den Jahren 2015 bis 2020 werden auf ein Förderkonto eingezahlt. Eine Gruppe von Fachleuten begleitet das Programm. Es unterstreicht die enge Kooperation zwischen den Gebietskirchen in Europa und die gegenseitige Solidarität untereinander.

Stichwort BAV

Die Bezirksapostelversammlung ist das höchste Leitungsgremium der Neuapostolischen Kirche. Zu ihren Aufgaben gehört es, über relevante Kirchenangelegenheiten zu beraten und Regelungen und Weisungen für die Gesamtkirche zu erlassen. Seit Jahren hat es sich eingebürgert, dass es neben der internationalen BAVI auch Konferenzen auf kontinentaler Ebene gibt. Die BAVE ist eine davon, sie kommt jeweils im Frühjahr und im Herbst zusammen.


Foto: Oliver Rütten

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Peter Johanning
6.11.2017
Bezirksapostelversammlung (BAVE)