Drei Mal Klartext: Welche Wahl triffst du?

Darf ein Christ kompromisslos sein? Ja, sagt der Stammapostel: Manchmal ist das sogar ein Muss. Ganz konkrete Beispiele aus einem Gottesdienst, der Einblicke gibt in unterschiedliche Lebenswelten.

Drei Männer landen im Feuerofen, weil sie ihrem Gott treu bleiben. „Diese Geschichte aus alter Zeit lehrt uns eine Menge für unser Glaubensleben. “ So erläuterte Stammapostel Jean-Luc Schneider am 22. Januar 2017 in N’Djamena (Tschad) das Bibelwort aus Daniel 3,17.18.

Die Gefährten Daniels haben sich schon zuvor aus Glaubensgründen wegen der Mahlzeiten dem König von Babel widersetzt – und einen Kompromiss gefunden. Doch jetzt sollen sie ein Bildnis anbeten. Und ihnen wird klar: „Dieses Mal gibt’s nichts mehr zu reden. Ein Kompromiss ist unmöglich .“

Manchmal einfach „Nein“ sagen

„Es gibt bestimmte Situationen, da gibt es keinen Raum mehr für Kompromisse “, betonte der Kirchenleiter: „Wenn wir Gott verleugnen müssen, wenn wir gegen die Zehn Gebote handeln müssen, um etwas zu erreichen, dann lasst uns einfach ,Nein‘ dazu sagen.“ Das sei nicht nur eine Frage der Zehn Gebote, sondern auch eine Sache der Gelübde bei Taufe und Versiegelung. „Wenn wir vor eine solche Wahl gestellt werden, dann lasst uns die richtige Wahl treffen.“

„Manchmal brauchen wir konkrete Beispiele, um es richtig zu verstehen “, fuhr Stammapostel Schneider fort und redete dann drei Mal so richtig Klartext.

„Ihr lieben Väter, welche Wahl trefft ihr für eure Töchter? “ So kamen zunächst Gegebenheiten in weiten Teilen Afrikas zur Sprache: Die Eltern spielen dort im Allgemeinen eine bedeutende Rolle bei der Wahl des Ehepartners ihrer Kinder. Gelegentlich sind sie sogar jene, die ihn auswählen. Und dabei kann es nicht selten vorkommen, dass die Frauen gezwungen sind, den Glauben ihres künftigen Ehemannes anzunehmen. „Welche Wahl trefft ihr?“ , forderte der Stammapostel die Eltern auf, auch im Glauben das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt zu stellen.

Erfolg ist nicht verboten

Das zweite Beispiel mag zwar regional unterschiedlich stark ausgeprägt sein, betrifft aber in ähnlicher Weise Glaubensgeschwister in aller Welt: „Nur weil wir Christen sind, heißt das nicht, dass wir nicht erfolgreich sein wollen in unserem Leben hier auf Erden. Das ist uns nicht verboten.“

„Leider wollen heute viele Menschen den Erfolg um jeden Preis “, sagte der Stammapostel: „Sie sind bereit jeden niederzutrampeln, der ihnen im Weg steht.“ Oder: „Um zu erreichen, was man will, muss man vielleicht lügen oder stehlen.“ Und schließlich: „Um einem gewissen Kreis anzugehören, muss man sich vielleicht der Korruption bedienen. “

Dann sei es an der Zeit, die Wahl zu treffen: „Ich möchte lieber Gott treu bleiben und ihm gehorchen, als das zu bekommen, was ich gerne hätte. “

Jeder hat Persönlichkeit

Und das dritte Beispiel betrifft Menschen ganz unabhängig von ihrer Herkunft: „Wir haben alle unsere Persönlichkeit. Wir haben alle unsere Meinungen, unsere Ideen.“ Doch manchmal passe das nicht mit dem Evangelium zusammen. Etwa in Sachen Vergebung: Ist der Einklang mit Jesua wichtiger als der eigene Stolz und der Wunsch nach Vergeltung? Oder in Sachen Einheit: Ist das Rechtbehalten wichtiger als der Friede in der Gemeinschaft?

„Welche Wahl triffst du? “, fragte Stammapostel Schneider. „Jesus schenkt uns das ewige Heil. Also lasst uns nicht zögern: Wir wählen die Seite, auf der Christus steht.“

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Andreas Rother
9.03.2017
Tschad, Stammapostel, Nebeneinrichtungen