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Zwischen Nähe und Verantwortung

April 8, 2026

Author: Andreas Rother

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Es ist nicht allein Aufgabe von Geistlichen – die Seelsorge. Was kann und was geht nicht? Was darf und was soll nicht? Antworten gibt ein Modul von nac.academy.

nac.academy ist das E-Learning-Angebot der Neuapostolischen Kirche International. Es ist in über zehn Sprachen verfügbar und für jeden Interessierten zugänglich. Die Inhalte sind in Module gegliedert, die in etwa 30 bis 75 Minuten bearbeitet werden können. Texte, Audios, Videos und Selbsttests unterstützen das Lernen. Alle Materialien sind von der Kirchenleitung geprüft und freigegeben.

Das Vorbild an Zuwendung

„Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Mit diesem Zitat aus Galater 6,2 startet das Modul „Seelsorge“. Denn: „Seelsorge ist eine Aufgabe der ganzen Gemeinde“, heißt es im Katechismus (KNK 12.4).

Dort ist auch das Vorbild für Seelsorge genannt: Jesus Christus: „Jesu erkennen. Er wandte sich ohne Ansehen der Person den Sündern zu und ließ sie seine Liebe empfinden. Er hörte zu, half, tröstete, gab Rat, mahnte, stärkte, betete, lehrte.“

Aufrichten im Gespräch

Und so macht nac.academy deutlich: Seelsorge stiftet Frieden und unterstützt den Menschen. Seelsorge rückt die wesentlichen Dinge in den Vordergrund und ermutigt zum Beten. Seelsorge richtet nicht, sondern richtet auf.

Ein Seelsorge-Besuch ist keine Predigt, sondern ein Gespräch. Es geht nicht darum, eine Situation zu erklären, sondern gemeinsam zu betrachten. Dazu nennt das Modul sowohl „Gesprächförderer“ als auch „Gesprächstörer“.

Hilfreich sind offene Fragen, Nachfragen, Umschreiben oder Zusammenfassen sowie positive Reaktionen, die Verständnis signalisieren. Schädlich sind dagegen Vorwürfen, Verallgemeinerungen, Abwehr, Herunterspielen, Ausfragen, Bewerten und Belehren.

Orientierung statt Vorhersage

Bedacht ist beim Umgang mit der Bibel während eines Seelsorgegesprächs gefragt. „Der Wunsch, im Seelsorgebesuch ein Wort aus der Heiligen Schrift zu erhalten, ist nachvollziehbar“, heißt es im Modul. Und: „Die Bibel enthält wunderbare Trostworte, aus denen Kraft und innerer Frieden geschöpft werden kann.“

Aber: „Das spontane Aufschlagen einer x-beliebigen Stelle in einem Seelsorgebesuch kann Schaden anrichten.“ Natürlich könne Gott seine Zeichen schicken. Die Frage aber sei, wie der Mensch sie einordnet. „Ein Bibelwort sollte nie als alleiniges Zeichen für oder gegen eine Entscheidung verstanden werden.“

„Aufgabe der Geistlichen ist es nicht, den Anvertrauten ihre Zukunft zu offenbaren, sondern sie im Glauben und Gottvertrauen zu stärken“, betont Stammapostel Jean-Luc Schneider und nennt eine Alternative:  „Wäre es nicht besser, wenn Seelsorgende den Besuch vorbereiten, indem sie Gott bitten, ein Bibelwort zu erwecken, das als Wegweisung bei der Seelsorge dienen könnte?“

Weiterdenken und weiterlernen

Die bis hier genannten Themen werden auf nac.academy noch deutlich vertieft. Und sie machen nur drei von insgesamt zehn Kapiteln des Moduls aus. Zu den weiteren Themen gehören Richtlinien für Geistliche, Nähe und Distanz sowie Seelsorge in besonderen Lebenssituationen, bei Trauernden und bei psychisch Erkrankten.

Die Einheit „Seelsorge“ umfasst Text, Audio und Video. Die Beschäftigung damit dauert etwa 55 Minuten. Das Angebot auf nac.academy ist für jeden Interessierten zugänglich.


Foto: CurvaBezier – stock.adobe.com

April 8, 2026

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