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Wer mehr weiß, kann besser lesen

September 10, 2026

Author: Andreas Rother

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Manches in den Evangelien versteht sich nicht von selbst. Denn zwischen ihrer Welt und unserer liegen 2000 Jahre. Eine neue Serie schaut genauer hin – auf Menschen und Mächte, Sitten und Gebräuche.

Warum wurde das Neue Testament auf Griechisch geschrieben und nicht – wie der größte Teil des Alten Testaments – auf Hebräisch? Woher kam der Glaube an ein Leben nach dem Tod, von dem zuvor kaum die Rede war? Und: Warum war die Tischgemeinschaft von Juden und Heiden so heikel, dass sie sogar das erste Apostelkonzil beschäftigte?

Antworten aus einer anderen Welt

Fragen wie diese tauchen beim Lesen der Bibel immer wieder auf. Und viele Antworten führen in dieselbe Richtung: zu den historischen Entwicklungen in Palästina in den Jahrhunderten rund um die Geburt Christi. Wer die Welt der Evangelien verstehen will, dem hilft es, die Zusammenhänge dieser Zeit zu kennen.

Hier setzt die neue nac.today-Serie „Die Welt der Evangelien“ an. Grundlage ist das Buch „An Introduction to the World of Jesus and the Gospels“ (Eine Einführung in die Welt Jesu und der Evangelien) von Dr. Markus Cromhout. Er ist Theologe bei der Neuapostolischen Kirche Afrika-Süd und in seiner Gemeinde als Evangelist aktiv. Sein Fachgebiet: sozialwissenschaftliche Studien zum Neuen Testament.

Mehr als bloße Kulisse

Das Buch – damit auch die Serie – wurde „mit dem Ziel konzipiert, sowohl den Amtsträgern als auch den Mitgliedern der Neuapostolischen Kirche eine leicht zugängliche Quelle zur zeitgenössischen Bibelwissenschaft zur Verfügung zu stellen”, heißt es im Vorwort.

Wie sah die Welt aus, in der Jesus und die ersten Christen lebten? Da geht es um die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Gegebenheiten dieser Zeit. Die Leser erhalten Einblicke in das Leben im Römischen Reich und lernen Sitten und Gebräuche kennen, die sich von den heutigen mitunter erheblich unterscheiden.

Glaube trifft Geschichte

Dazu braucht es einen zweiten Blick auf die Bibel. Ihre Bücher sind für den Glauben eine Quelle göttlicher Offenbarung. Zugleich sind sie für die Wissenschaft historische Dokumente, entstanden zu bestimmten Zeiten, an bestimmten Orten und unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen.

Um diese Texte und ihre Welt zu erforschen, hat die Wissenschaft eine ganze Reihe von Methoden entwickelt. So ist die Bibel zum wohl meistuntersuchten Buch der Menschheitsgeschichte geworden.

Mit Herz, Seele und Verstand

Und der Glaube? Der muss dabei nicht auf der Strecke bleiben. Im Gegenteil: Je mehr von der damaligen Welt sichtbar wird, desto besser lässt sich verstehen, was die biblischen Texte ihren ersten Hörern und Lesern sagten – und was ihre Botschaft für heute bedeutet.

Für Markus Cromhout ist das mehr als eine rein wissenschaftliche Angelegenheit. Er schließt sein Vorwort mit einem Wunsch: „Dennoch ist es mein Gebet und mein Wunsch, dass unsere Geistlichen und Gemeindemitglieder viel von diesem Buch profitieren, indem es zeigt, dass wir Gott mit unserem Verstand ebenso lieben und verehren können wie mit unserem Herzen.“


Bild: KI-generiert

September 10, 2026

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