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Weltreich, Weltsprache, Weltende 

Oktober 13, 2026

Author: Andreas Rother

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Wer die Evangelien richtig versteht will, muss in ihre Zeit eintauchen. Diese Welt war geprägt vom „Hellenismus“: Wo das herkam und wo das hinführte – Teil 2 der Serie.  

Die Geschichte der Hellenisierung beginnt mit Alexander III. von Makedonien, bekannt als Alexander der Große bekannt ist, Er wurde 356 vor Christus geboren und bestieg mit 20 Jahren den Thron seines Vaters. In den nächsten zehn Jahren führte er einen beispiellosen Feldzug durch Asien und Nordostafrika und schuf eines der größten Reiche der Antike. 

Eine Sprache für viele Völker 

Die griechische Kultur, die er mitbrachte, hatten einen tiefgreifenden Einfluss auf die gesamte Region, die sich von Griechenland über Syrien bis nach Mesopotamien und entlang der Küste über Palästina bis nach Ägypten erstreckte. So wurde Griechisch zur gemeinsamen Sprache (Lingua franca) der meisten Menschen. 

Und das bedeutet für die Evangelien gleich zweierlei: Sie wurden wie das gesamte Neue Testament auf Griechisch verfasst. Und diese Sprache das wichtigste Mittel war, die frohe Botschaft von Jesus Christus in der gesamten antiken Mittelmeerwelt zu verbreiten. 

Zwischen den Fronten 

Nach dem plötzlichen Tod Alexander im Jahr 323 fiel das Reich in die Hände seiner Generäle, die sich gegenseitig bekriegten. Feldherr Ptolemäus erklärte sich zum König von Ägypten. Sein Rivale Seleuko errichtete seine Herrschaft über Mesopotamien. 

Die Judäer* in Palästina wurden zunächst von den Ptolemäern (Nachfolgern des Ptolemäus) und anschließend von den Seleukiden (Nachfolgern des Seleukos) regiert. Für Kriege führte die Feinde um die Region. Und das spaltete die wirtschaftlichen und politischen Eliten in Jerusalem in zwei Lager, die um die Vormacht kämpften. 

Eine Übersetzung mit Folgen 

Eines der wichtigsten Dokumente dieser Zeit ist die Septuaginta, die griechische Übersetzung der hebräischen Bibel. Sie wurde zur Heiligen Schrift für die frühchristliche Kirche und aus ihr stammen die meisten neutestamentlichen Zitate des Alten Testamentes.  

Diese Septuaginta umfasste sowohl die Bücher des späteren hebräischen Kanons als auch die Werke, die heutzutage allgemein „Apokryphen“ und von Wissenschaftlern „deuterokanonische Schriften“ genannt werden. Diese Bücher lagen zunächst nur in griechische Sprache vor. 

Vom Widerstand zur Apokalypse 

Eine Phase des Friedens fand unter dem seleukidischen Herrschers Antiochus IV. Epiphanes im Jahr 167 vor Christus ein jähes Ende. Er griff massiv in die Religion ein, verbot judäische Bräuche und entweihte den Tempel.  

Darauf reagiert der Makkabäer-Aufstand. Zentraler Erfolg war 164 vor Christus. die Rückeroberung und Neueinweihung des Jerusalemer. Das 1. Makkabäer-Buch verfolgt diese Entwicklung vom Priester Mattatias über Judas Makkabäus bis hin zu Johannes Hyrkanos. So entstand eine eigenständige judäische Herrschaft: Das Reich der Hasmonäer hält, bis die Römer kommen. 

In Makkabäer-Zeit entwickelten die Judäer ein neues literarisches Genre: die Apokalypse. Diese „Offenbarungen“ oder „Enthüllungen“ waren politische Proteste gegen herrschende Mächte. In dramatische Bildsprache beschreiben sie den Kampf gegen das Böse und den Triumph des Guten. Im Neuen Testament findet sich ebenfalls eine Apokalypse: die Offenbarung des Johannes. Sie richtet sich gegen die Römer. 

* = Das Wort „Juden“ steht heutzutage eher für die religiöse Zugehörigkeit. Historisch geht es aber auch um die Gemeinsamkeiten in sozialer Ordnung, Herkunft und Tradition sowie Kultur und Lebensweise. Deshalb sprechen manche Wissenschaftler von „Judäern“  

Bild: KI generiert

Oktober 13, 2026

Author: Andreas Rother

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