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Fragen an den Stammapostel – 1/2026

Oktober 6, 2026

Author: Tim Rosar

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Was bewegt einen Menschen, der das Stammapostelamt übernimmt? Im ersten Teil des Interviews mit der Redaktion von «neuapostolisch» spricht Stammapostel Helge Mutschler über seine ersten Amtswochen, das Gewicht der Verantwortung und das Vertrauen auf Gott.

Redaktion: Lieber Stammapostel, Sie sind seit einigen Wochen im Amt. Gibt es einen Moment, eine Begegnung, ein Gefühl, von dem Sie uns berichten möchten?

Stammapostel Helge Mutschler: Es waren so viele besondere Momente. Zum Beispiel, als Stamm-apostel Schneider nach seiner Ruhesetzung vom Altar hinunterging – und ich allein dort stehen blieb. Das war kein Gedanke. Das war körperliches Erleben. In diesem Augenblick wurde die Verantwortung real, als etwas, das jetzt da ist und nicht mehr weggeht.

Und dann nach dem Schlussgebet das Schlusslied, da war ich einfach überwältigt. Was ich in den Wochen danach erlebt habe, gehört für mich auch dazu. So viele Geschwister haben mir Gutes gewünscht. Sie haben Anteil genommen. Sie haben sich mitgefreut. Sie haben gebetet. Ich habe hinter dem Altar allein gestanden. Aber ich bin es nicht.

Bei Ihrem ersten „Ja“ als Unterdiakon sagte Ihnen Ihr damaliger Bezirksältester: „Amt ist Amt.“ Was würden Sie ihm  heute sagen?

Vermutlich: „Du hattest recht.“ (lacht) „Amt ist Amt“ – das war kein Druckmittel. Das war eine Zusage. Er wollte mir sagen: Es kommt nicht auf dich an. Nicht auf deine Fähigkeiten, nicht auf deine Größe, nicht darauf, ob du dich würdig fühlst. Es kommt auf den an, der ruft, und dem darfst du vertrauen.

Was raten Sie Schwestern und Brüdern, die vor der Entscheidung stehen, „Ja“ oder „Nein“ zu sagen?

Nimm dir Zeit. Gib deine Antwort ganz bewusst. Bete darum, dass der Heilige Geist dir Klarheit als innere Ruhe schenkt. Denn praktische Einwände wird jeder haben; das ging mir damals ja genauso. Der Kopf rechnet immer nach: Was kostet mich das? Passt das in mein Leben? Das ist normal, das darf sein. Aber der Geist Gottes kann etwas, was der Kopf allein nicht kann: Er schafft Frieden. Er schafft Ruhe. Nicht, weil plötzlich alle Fragen beantwortet wären, sondern weil der Umgang damit ein anderer wird. Wenn dieser Friede da ist, kannst du in Ruhe entscheiden. Und wie auch immer die Antwort ausfällt: Du entscheidest nicht aus Druck oder aus Angst, etwas falsch zu machen. Wenn es dann ein „Ja“ ist: Er, der dich ruft, lässt dich mit diesem Ruf nie allein.

Gab es auf dem Weg in das neue Amt Momente, in denen Sie gezweifelt oder Angst gehabt haben?

Ich habe die Aufgabe selbst nie infrage gestellt, weil ich wusste, wie lange und wie intensiv Stammapostel Schneider mit der Frage nach seiner Nachfolge gerungen hat – auch im Gebet mit Gott gerungen hat.

Wieso ich? Diese Frage kann ich nicht beantworten. Das Amt ist so groß, der Mensch ist so klein. Das hat Stammapostel Schneider einmal gesagt. Wer bin ich, dass ich an diese Stelle treten sollte? Es sind zwei Gefühle oder Gedanken, die ich hatte und die ich habe: Es ist unmöglich. Und: Mit Gott wird es gehen. Ich vertraue einfach darauf, dass Gott behütet, begleitet, lenkt und Gelingen schenkt. Seine Gnade reicht. Genau da, wo meine eigene Kraft aufhört, fängt seine an.

Was hat Sie in den ersten Wochen als Stammapostel am meisten überrascht?

Wie sehr der Stammapostel im Fokus steht. Das hatte ich unterschätzt. Ich war ja jahrelang nah dran; ich habe gesehen, was Stammapostel Schneider getragen hat. Aber sehen und selbst darin stehen sind zwei verschiedene Dinge. Es gibt kaum noch einen Satz, der nur ein Satz ist. Kaum eine Reise, die nur eine Reise ist. Alles wird gehört, alles wird gedeutet. Daran versuche ich mich gerade zu gewöhnen. Das Gespräch geht weiter: Den zweiten Teil des Interviews mit Stammapostel Mutschler lesen Sie am 15. Oktober 2026.

Oktober 6, 2026

Author: Tim Rosar

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