Feuer und Flamme hoch fünf

Es brennt – in der Kirche und im Gläubigen. Und diese Feuer erleuchtet, wärmt, reinigt, formt und versammelt. Doch diese Flammen brauchen auch Nahrung: das Gewusst-Wie aus einer Stammapostel-Predigt.

Kurz und knackig, aber gehaltvoll war das Bibelwort für den Gottesdienst am 6. Juni 2021 in Metz (Frankreich): „Ständig soll das Feuer auf dem Altar brennen und nie verlöschen“ (3. Mose 6,6).

Der biblische Hintergrund: Wenn die Israeliten sich in Dank oder Bitte an Gott wandten, verbrannten sie Opfergaben auf dem Altar. Priester hatten die Aufgabe, die Flammen nie ausgehen zu lassen. Feuer markiert in der Heiligen Schrift die Gegenwart Gottes: vom brennenden Busch bei Mose über die Feuersäule in der Wüste bis hin zu den Feuerzungen an Pfingsten.

Die Zusammenhänge übertrug Stammapostel Jean-Luc Schneider gleicht doppelt in das Hier und Heute: „Gott ist am Werk – in der Kirche und in uns“, so lautete die zentrale Botschaft.

Das Feuer in der Kirche

„Gott ist in seiner Kirche durch seinen Geist gegenwärtig“, erläuterte der Stammapostel eine fünffache Wirkung:

  • „Das Feuer des Heiligen Geistes erleuchtet uns.“ So offenbare er das Wesen Gottes durch Jesus Christus, verkünde die Zukunft und kläre über Gut und Böse auf.
  • „Das Feuer des Heiligen Geistes wärmt.“ Er mache die Nähe Gottes im Gottesdienst erlebbar durch Wort, Sakrament und geschwisterliche Gemeinschaft.
  • „Der Heilige Geist reinigt uns in der Kirche durch die Vergebung der Sünden.“
  • „Es ist auch dieses Feuer des Heiligen Geistes, das uns zu Werkzeugen und Instrumenten in der Hand Gottes formt.“
  • „Feuer bringt Menschen zusammen. In der Kirche verbindet uns der Heilige Geist miteinander und versammelt uns um Jesus Christus.“

Das funktioniere aber nicht ohne Voraussetzungen. Zum einen: „Wenn ich die Wirksamkeit voll ausschöpfen will, muss ich dorthin kommen, wo das Feuer brennt.“ Zum anderen „muss es auch Diener geben, die bereit sind zu dienen, damit dieses Feuer brennen kann.“ Und schließlich: Man darf „nicht mit leeren Händen kommen“. Zu den geistigen Opfergaben zählten heute zum Beispiel, den Nächsten so anzunehmen wie er ist, und eigene Vorstellungen nicht über den Willen Gottes zu stellen.

Die Flammen in der Seele

„Durch das Sakrament der Heiligen Versiegelung hat jeder von uns die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und dieses Feuer des Heiligen Geistes brennt in unserer Seele“, ergänzte der Stammapostel eine weitere fünffache Wirkung:

  • „Der Heilige Geist erleuchtet uns, wenn wir ihm zuhören, wenn wir ihm Zeit geben. Er klärt uns auf, er zeigt uns die Gefahren und die richtigen Entscheidungen.“
  • „Der Heilige Geist in uns wärmt uns. Wenn wir traurig sind, tröstet er uns, er lässt uns die Gegenwart Gottes spüren.“
  • „Der Heilige Geist reinigt uns. Er hilft uns, uns selbst zu korrigieren.“
  • „Gott formt uns heute zu Werkzeugen in Seiner Hand, um Gutes um uns herum zu tun.“
  • Und er versammelt: „Der Heilige Geist wird immer Einheit, Eintracht und Harmonie bevorzugen.“

„Damit dieses Feuer dauerhaft in uns brennt, müssen wir dafür sorgen, dass es brennt“, erklärte der Kirchenleiter den richtigen Brennstoff: „Je mehr Wert wir auf unsere Errettung legen, je mehr Wert wir auf unsere Beziehung zu Gott legen, je mehr Zeit wir dem Heiligen Geist erlauben, zu uns zu sprechen und uns zu beeinflussen, desto wirksamer ist er.“

Was Rauch angenehm macht

Wichtig sei, dass die Opfergaben nicht in einem „fremden Feuer“ brennten: „Was wir Gott darbringen, muss vom Heiligen Geist inspiriert sein und nicht von irgendetwas anderem.“ Verzicht und Dienst sollten nicht einem Kalkül folgen, sondern aus Dankbarkeit und Liebe kommen.

„Das Gebet ist wie ein angenehmer Rauch, der zu Gott aufsteigt.“ Auch hier müsse das richtige Feuer brennen:

  • Dankbarkeit kommen aus dem Bewusstsein für die Gabe Gottes.
  • Bitten um Hilfe entspringen dem Gottvertrauen.
  • Bitten um Vergebung sind von Reue geleitet.
  • Fürbitte nährt sich aus Nächstenliebe.
  • Die Wiederkunft Christi wird erbeten aus Sehnsucht.

Das Fazit von Stammapostel Schneider: „Gott arbeitet in den Gottesdiensten an unserem Heil. Ihm bringen wir geistliche Opfer. Der Heilige Geist kann nur in uns wirken, wenn wir uns mit unserem Heil beschäftigen. Unsere Gebete sind Gott angenehm, wenn sie von seinem Geist durchwirkt sind.“

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Andreas Rother
7.07.2021
Stammapostel, Gottesdienst