Wie Gott nach dir fragt

Fragen über Fragen: Die eine ist kaum der Antwort wert, bei den anderen gilt es, genau hinzuhören – auf das Echo der eigenen Seele. Wie Gott, der Vater und der Sohn, mit ihren Fragen führen und leiten.

„Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?“ – Dieses Bibelwort aus 1. Mose 3,9 markierte nur eine der insgesamt sieben Fragen, um die sich der Gottesdienst am 15. August 2021 in Dodoma (Tansania) drehte.

„Ich weiß, dass ihr mit vielen Problemen und Leiden zu kämpfen habt“, sagte Stammapostel Jean-Luc Schneider. Und jedes Mal, wenn man mit schwierigen Zeiten und Umständen konfrontiert ist, komme immer derselbe Geist mit denselben Fragen: „Wo ist nun dein Gott? Warum hilft er nicht? Warum hat er dich nicht bewahrt?“

„Aber wir kennen die Antwort: Gott ist da!“ Denn:

  • „Gott, der Vater, der Schöpfer, ist immer noch am Werk. Er kümmert sich um seine Schöpfung. Er ist derjenige, der uns die Luft zum Atmen und die Nahrung zum Essen gibt.“
  • „Gott, der Sohn, ist da! Er ist für uns ans Kreuz gegangen, er ist zu seinem Vater gegangen, um eine Stätte für uns zu bereiten, und jetzt ist er unser Fürsprecher.“
  • „Gott, der Heilige Geist, ist am Werk. Er ist in der Kirche am Werk. Er ist in unseren Herzen am Werk.“

Wichtiger und viel zielführender als die Frage des Widersachers seien indes die Fragen, die Gott an die Menschen richte.

„Wo bist du?“ … hörten Adam und Eva als erstes, nachdem sie sich verschämt versteckten hatten. Mit dieser Frage mache Gott klar, dass er sich jedem Menschen bedingungslos zuwendet, übersetzte der Kirchenleiter: „Hab keine Angst, kommt zu mir, ich liebe dich. Ich bin bereit, dir zu verzeihen.“ Damit wolle Gott aber auch enttäuschten Menschen helfen – bei einer Richtungskorrektur: „Bitte prüfe deine Seele, merkst du nicht, dass du dich langsam von mir entfernst?“

„Warum zögerst du?“ … fragte Gott sein Volk durch den Propheten Elia. Darum gehe es auch heute: „Wir haben uns einmal dafür entschieden, dass wir Christus nachfolgen und dem Bösen widerstehen wollen – und wir sollten bei dieser Entscheidung bleiben. Auch wenn der Weg der Sünde vielleicht einfacher und kürzer zu sein scheint, um zu bekommen, was wir wollen.“

„Was machst du hier?“ ... hörte Elia, als er sich entmutigt in einer Höhle verkroch. Dahinter stehe der Aufruf: „Geh wieder an die Arbeit. Habt keine Angst. Ich bin bei dir. Erfülle deine Mission und du wirst sehen: Ich werde dich segnen.“ Das gelte nicht nur für Amtsträger, sondern für alle Gläubigen als Zeugen Christi.

„Wo ist euer Glaube?“ … fragte Jesus die Jünger wiederholt. Manchmal sei man mit scheinbar ausweglosen Situationen konfrontiert. Da gelte es, auf die Liebe Gottes zu vertrauen und sich von ihm führen zu lassen.

„Worüber redet ihr?“ … hörten Jünger – auf dem Weg nach Jerusalem. Diese Frage gelte auch der Braut Christi. „Wie sprechen wir über die Kirche? Wie sprechen wir über die Brüder und Schwestern? Wie sprechen wir über Gott?“ Das habe Einfluss auf Familie und Gemeinde.

„Warum verfolgst du mich?“ … bekam der spätere Apostel Paulus zu hören. Jesus habe damit deutlich machen wollen: „Was ihr meinen Brüdern und Schwestern antut, das tut ihr auch mir an.“ Das gelte auch heute noch. Und deshalb gab die Predigt den Rat: „Als erstes sollten wir überlgen, was Jesus für uns getan hat. Und erst dann sollten wir entscheiden, was wir mit unserem Nächsten tun.“

„Das sind nur ein paar der Fragen, die der Heilige Geist uns stellen will“, sagt Stammapostel Schneider abschließend. „Lasst uns die Fragen im Herzen tragen, es geht um unser Heil.“ Die Antwort Jesu sei immer dieselbe: „Was auch immer geschieht, wo immer du bist: Komm, ich liebe dich, ich vergebe dir, ich will dich retten. Folge mir bis zum Ende, mit meiner Hilfe kannst du es schaffen.“

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Andreas Rother
2.09.2021
Tansania, Stammapostel, Gottesdienst