Ein Pionier wird Bezirksapostelhelfer

„Von ganzem Herzen neuapostolisch“, so beschreibt ein Weggefährte den Apostel João Uanuque Misselo. Am 22. Februar wird ihn Stammapostel Jean-Luc Schneider als Bezirksapostelhelfer für Angola beauftragen. Anlass für einen kleinen Streifzug durch Zeit und Land.

Passender Gesprächspartner für die geschichtliche Rundreise ist in jedem Fall Bezirksapostel Armin Brinkmann. Er ist zwar schon im Ruhestand, hat aber João Uanuque Misselo nicht nur in alle Amtsstufen vom Diakon (1985) bis zum Bezirksältesten (1994) eingesetzt, sondern vor allem die Neuapostolische Kirche in Angola mitaufgebaut.

Kontinuierliches Wachstum

„Am Anfang waren es nur zwei Gläubige“, erzählt Bezirksapostel i.R. Brinkmann von den Anfängen: „Und drei Jahrzehnte später bekennen sich knapp 250.000 zum neuapostolischen Glauben.“

Kein Wunder: Tiefgläubige Menschen haben die Pioniere der Neuapostolischen Kirchen angetroffen. Schließlich blickt Angola auf eine lange christliche Tradition zurück. Vor 500 Jahren kolonisierte und evangelisierte Portugal das westafrikanische Land. Nach und nach entstand in jedem Dorf nicht nur eine Kirche. Die katholische Kirche prägte auch das Schul- und Bildungssystem.

Auch der neuapostolische Glaube wurde mit offenen Armen empfangen. So berichtet Bezirksapostel Brinkmann von einer Reise in den Osten Angolas im August 1985: „Als wir an unserem Ziel ankamen, haben wir über Stunden hinweg Gottesdienste gehalten. Immer mehr Menschen kamen, hörten zu, ließen sich taufen und versiegeln.“

Gefahren und Hindernisse

Es war eine Reise mit Hindernissen: „Die Grenzen waren nicht passierbar; der Bürgerkrieg bestimmte bis 2002 den Alltag.“ Trotz chaotischer Verhältnisse gelang es dem damalige Bezirksevangelisten Manuel Eduardo Mbuta zwei Flugtickets zu ergattern. Und der Weg zu den künftigen Glaubensgeschwistern war frei.

Es waren aber nicht bloß abenteuerliche, sondern auch gefährliche Zeiten: So gerieten der damalige Apostel Brinkmann und vier weitere Amtsbrüder im August 1989 im Norden des Landes in einen Rebellenüberfall. Dabei wurde Sukami Landu Ronsard, der erste einheimische Apostel Angolas, so schwer verwundet, dass er seinen Verletzungen erlag.

Angola geht den nächsten Schritt

Doch auch dieser schmerzliche Verlust konnte die Amtsträger in ihrer Arbeit vor Ort nicht entmutigen. Die Zahl der Gemeinden und Kirchenmitglieder wuchs stetig. 2005 bedurfte es sogar einer zusätzlichen Leitungsebene in Angola. Seitdem koordinieren die so genannten „Lead-Apostel“, Manuel Eduardo Mbuta, João Uanuque Misselo und Alfonso Avelino, die Arbeit der Neuapostolischen Kirche in den Regionen des Landes. Heute kümmern sich insgesamt 15 Apostel und 10 Bischöfe um die neuapostolischen Christen in mehr als 2200 Gemeinden. Und das Wachstum hält an.

Beauftragung eines Bezirksapostelhelfers

Zeit also für einen nächsten Schritt: Wenn Stammapostel Jean-Luc Schneider am 22. Februar die Hauptstadt Luanda besucht, wird er einen Bezirksapostelhelfer für Luanda einsetzen. Der richtige Mann für diese Aufgabe, sagt der aktuelle Bezirksapostel Rainer Storck, das ist Apostel Misselo: „Er hat einen guten Überblick über das ganze Land und er ist ein guter Seelsorger. Er ist bescheiden im Auftreten, weiß aber was er will.“

Und sein Horizont reicht über das Land hinaus, ergänzt Amtsvorgänger Brinkmann: „Lernt Englisch!“ habe er seinerzeit die Brüdern in dem portugiesisch-sprachigen Angola ermuntert. „Der einzige, der das damals gemacht hat, war João Uanuque Misselo.“ Das ermöglichte ihm die Mitarbeit in der Workgroup Africa und anderen international besetzten Arbeitsgruppen.

Die Beauftragung des Bezirksapostelhelfers ist eine folgerichtige Entscheidung für die wachsende Kirche in Angola, betont Bezirksapostel Rainer Storck: „Apostel Misselo ist unter 50 Jahre alt. Es ist eine Entscheidung für die Zukunft.“

Weitere Berichte auf nak.org und nak-nrw.de

Artikel-Infos

Autor:
Datum:
Schlagworte: