Ein Schatz, der reich macht

Letztes Jahr im Spätherbst besuchte der Stammapostel neuapostolische Gemeinden in Malaysia und Myanmar. Das Programm umfasste zwei Amtsträgerzusammenkünfte, ein Treffen mit den Aposteln Südostasiens, zwei Konzerte und drei Gottesdienste.

Am Mittwoch, 30. Oktober 2019, ging es für den Kirchenleiter nach Kalaymyo, eine der am schnellsten wachsenden Provinzstädte in Myanmar. In der burmesischen Landessprache bedeutet Kalaymyo „die Stadt der Kinder“. Sie liegt an der Grenze zum Chin-Staat. Die Chins sind eine eigene Völkergruppe im Westen Myanmars. Sie gilt mit 80 bis 90 Prozent als sehr christlich. Allein in Kalaymyo soll es über 600 christliche Gemeinden geben, sagt man.

Vom Schatz im Acker

Das Bibelwort, dass Stammapostel Jean-Luc Schneider für seine Predigt verwandte, steht in Matthäus 13,44–46: „Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft den Acker. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und da er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“ Die Botschaft des Sonntags lautete: Göttlichen Reichtum sammeln und eigene Schätze verlaufen!

Einige Kommentatoren seien der Meinung, so begann der Stammapostel seine Predigt, dass der erwähnte Schatz im Acker die Seele des Menschen symbolisiert: Unseren Augen verborgen, könne sie nur von Jesus gesehen werden, der sein Leben gab, um sie zu erretten.

„Doch die meisten Exegeten glauben, dass der Schatz und die Perle das Heil in Christus darstellen, die ewige Gemeinschaft mit Gott.“ Demnach hätten einige Zugang zum Heil, ohne wirklich danach gesucht zu haben. Andere hingegen hätten lange suchen müssen, bevor es finden konnten. „In beiden Fällen reicht die bloße Hinnahme der Sakramente nicht aus, um Zugang zur ewigen Gemeinschaft mit Gott zu erlangen. Wir müssen verkaufen, was wir haben, das heißt, uns selbst verleugnen“, so die klare Feststellung des Stammapostels.

Der Mensch

  • müsse dem Bösen entsagen und könne nicht selbst entscheiden, was richtig oder falsch ist.
  • müsse dem Willen Gottes gehorchen, ohne ihn zu umgehen.
  • müsse seine Gebote beachten, ohne zu versuchen, diejenigen zu relativieren, die ihm nicht passen.

Vertrauen und verzichten

Stattdessen sei es wichtig, Gott zu vertrauen, obwohl wir sein Handeln nicht immer verstehen. Oft genug sei dies schwer zu erreichen:

  • „Wir erwarten nicht, dass Gott unsere Verdienste belohnt. Das Heil ist eine Gnade, wir können es nicht kaufen, indem wir Opfer bringen. Wir können es nicht verdienen, indem wir gute Werke tun. Unsere Entsagungen, unsere Opfer und unsere guten Werke spiegeln die Bedeutung wider, die wir unserem Heil beimessen. Sie drücken unseren innigen Wunsch aus, in die Gemeinschaft mit Gott zu gelangen.“
  • „Wir verzichten auf die Vorstellung, dass jeder Schuldige von Gott bestraft werden sollte. Wir sind nicht entrüstet, wenn Gott unseren Nächsten genauso liebt wie uns und ihm die gleiche Gnade gewährt, die er uns schenkt. Wir vergeben dem Anderen, wie Gott uns vergibt. Wir geben lieber unseren Standpunkt auf, als die Einheit der Kinder Gottes zu gefährden.“

Nicht arm, sondern reich

Indem wir uns selbst verleugnen, würden wir nicht arm, sagte der Stammapostel. „Ganz im Gegenteil: Wir werden reich in Christus!“ Gott biete uns den größten Schatz – die ewige Gemeinschaft mit ihm.

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Peter Johanning
29.07.2020