Pastoralreise ins Neuland

Gleich zu Beginn des Neuen Jahres reist der internationale Kirchenleiter nach Angola. Mit Nzagi und Dundo, zwei Städte in den Norden und Nordosten des Landes, erwarten ihn zwei unbekannte Stationen. Hier einige Eindrücke.

Zwei Gottesdienste und ein Kirchenkonzert: Am 11. und 12. Januar 2020 wird Stammapostel Jean-Luc Schneider nach Nzagi und Dundo reisen – zum ersten Mal überhaupt, dass ein Stammapostel in diese Region kommt. Bezirksapostelhelfer João Uanuque Misselo freut sich enorm und mit ihm die vielen anderen Tausend Glaubensgeschwistern: „Wir erwarten sehnlichst die Ankunft des Stammapostels zur Stärkung unseres Glaubens. Und andererseits wissen wir, dass er mit seinem Besuch viele Segensspuren für alle Geschwister in diesem Teil der Erde hinterlassen wird.“

Unbekannte Gemeinden – neue Gesichter

Stammapostel Jean-Luc Schneider geht häufiger in Regionen, in denen zuvor kein Kirchenleiter Halt gemacht hat. Und er tut das gern. Vor ziemlich genau einem Jahr feierte er auch in Angola in Huambo und Benguela zwei Gottesdienste – ebenfalls zwei neue Gemeinden für einen Stammapostelbesuch. Diesmal geht er in die angolanische Provinz Lunda-Norte mit ihrer Hauptstadt Dundo-Chitato oder auch einfach nur Dundo. Sie liegt nur etwa zehn Kilometer südlich der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Rund 180.000 Einwohner leben hier. Die Gegend ist bekannt durch ihre Bodenschätze, 1912 wurden hier die ersten Diamanten gefunden, danach erlebte die Region einen rasanten Aufschwung.

1989 entsandte der damalige Apostel Sukami Landu Ronsard einen Priester hierhin, um eine Gemeinde aufzubauen. In Nzagi, rund 100 Kilometer von Dundo entfernt, fand ein erster neuapostolischer Gottesdienst 1986 statt. Heute ist die Provinz Lunda Norte in zwei Apostelbereiche aufgeteilt, in einen östlichen und westlichen. Apostel Francisco Cabuma Dibaia betreut den östlichen Teil Lunda Norte Ost mit 180 Gemeinden.

Großes Land mit viel Potential

Ohnehin ist die „Igreja Nova Apostólica Angola“ eine aufstrebende Kirche voller Lebendigkeit und Farbe. Über 30 Apostel und Bischöfe kümmern sich um die landesweite Seelsorge in den über 2100 Gemeinden. Während die Mitgliederzahlen woanders zurückgehen, verzeichnet die Kirche hier weiterhin ein Wachstum. Heute leben in Angola knapp 300.000 neuapostolische Christen. Beeindruckend auch die Bekenntnistreue der Gemeindemitglieder: gut besuchte Gottesdienste, große Gemeindechöre, viel Engagement innerhalb und außerhalb der Gemeinden.

Eigenständige Versorgung

Laut Kirchenorganisation ist Angola in den Bezirksapostelbereich Westdeutschland integriert. Bezirksapostel Rainer Storck aus Dortmund/Deutschland betreut als oberster Würdenträger rund 40 nationale Kirchen. Sein Anliegen für Angola ist unter anderem eine stärker werdende finanzielle Selbstständigkeit der Landeskirche. Das Ziel ist fast erreicht, derzeit stammen nahezu 100 Prozent der jährlichen Ausgaben für laufende Kosten aus Eigenmitteln. Die Subventionen aus Westdeutschland betrugen in 2018 rund 430.000 Euro. Neuer Verwaltungsleiter ist Apostel João Carlos de Cruz Mafo. Er kümmert sich derzeit verstärkt um das laufende Verfahren der Registrierung der ANAC, des Hilfswerks der Kirche in Angola. Die „Ação Nova Apostólica de Caridade em Angola“ wurde zwar schon 2011 gegründet, doch die Anerkennung hat sich durch Neuwahlen, Gesetzesänderungen und weitere administrative Hürden immer wieder verzögert. Das Hilfswerk soll als Träger die bislang von der Kirche betriebenen sozialen Projekte übernehmen, also die Medizinstationen, Schulen und Agrikulturprojekte.

Es begann vor 37 Jahren

Sukami Landu Ronsard war der erste Apostel in Angola und Wegbereiter der Neuapostolischen Kirche im Land. 1983 wurde er neuapostolisch und im selben Gottesdienst als Diakon ordiniert. Nur zwei Jahre später fand durch den damaligen Stammapostel Hans Urwyler seine Ordination in das Apostelamt statt. Seit dem ersten Kontakt war Ronsard ständiger Reisebegleiter des damaligen Apostels Armin Brinkmann, der die ersten Gemeinden Angolas gründete: „Ohne ihn hätte ich die zahlreichen Reisen durch das vom Bürgerkrieg geprägte Land nicht überstanden.“ Ein Gedenkstein, 25 Kilometer vor Uíge, erinnert seit 2009 an den ersten angolanischen Apostel der Neuapostolischen Kirche.

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Peter Johanning
9.01.2020
Angola, Stammapostelreisen