Spotlight 18/2020: Herr unseres Schicksals

Am Anfang des Jahres konnte niemand erahnen, was kommen würde: Die Corona-Pandemie hat vieles durcheinandergebracht. Nicht aber unser Streben nach dem Reich Gottes, sagt Bezirksapostelhelfer John Sobottka aus Kanada.

Als am Anfang des Jahres unser Jahresmotto „Christus macht frei“ ausgegeben wurde, konnte niemand erahnen, was alles auf uns zukommen würde. Wie immer als Kinder Gottes, hegten wir große Hoffnungen und Erwartungen für das kommende Jahr. Als Amtsträger fingen wir an, das Motto umzusetzen und zu verfestigen, wo und wann immer möglich. In seinen Gottesdiensten unterstrich und vertiefte der Stammapostel den Gedanken, dass Christus freimacht. Die Dinge liefen und entwickelten sich weitgehend wie geplant und erwartet.

Dann, innerhalb von ungefähr acht Wochen nach dem ersten Gottesdienst des Jahres, traten völlig unerwartete Ereignisse ein, die die Welt, wie wir sie bis dahin kannten, rasant veränderte. Der Corona-Virus hat fast alle Aspekte des Lebens rund um den Globus verändert, davon betroffen war auch die geistliche Dynamik in uns, die die Jahreslosung „Christus macht frei“ haben soll. Klar, die Grundlagen sind die gleichen geblieben: Gott ist frei, Christus macht frei, auch wir können frei sein. Aber das Leben mit einer globalen Pandemie, die uns viele der Freiheiten nahm, die wir kannten, hat zweifellos dazu geführt, dass wir Bilanz über unser Leben zogen, über das, was wir taten und darüber, wie die Dinge weitergehen würden. Viele der liebgewonnenen Freiheiten, wie reisen, zur Arbeit gehen, Sport treiben, mit Freunden zusammenkommen, Essen gehen, all das war auf einmal nicht mehr möglich. Vieles, das völlig selbstverständlich gewesen war, ging auf einmal nicht mehr. Es hatte sich alles komplett geändert.

Viele unserer Freiheiten gingen verloren oder wurden drastisch eingeschränkt. Für uns war eine der größten Auswirkungen, dass wir keine Gottesdienste, keine Sündenvergebung, kein Heiliges Abendmahl, kein Gemeindeleben, keine Sonntagsschule mehr hatten. Das hat unsere Welt auf den Kopf gestellt. In dieser Zeit von Freiheit zu reden und diese Idee dann auch noch zu bekräftigen und zu verfestigen, fiel uns schwer. Wir haben uns dann darauf konzentriert, uns mit der neuen Wirklichkeit auseinanderzusetzen. Dank unseres himmlischen Vaters wurden dann auch Mittel und Wege gefunden, damit wir unsere gegenwärtige geistliche Realität nicht aus den Augen verlieren – auch nicht in der Zukunft. Wir kamen zu der Überzeugung, dass selbst unter den Bedingungen einer Pandemie, Freiheit in Christus tatsächlich möglich ist.

Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Der Herr hat geholfen! Er hat dafür gesorgt, dass wir weiterhin alles erhalten, was für unser Heil notwendig ist. In vielen Regionen nahmen sogar mehr Geschwister und Gäste an den Internet-Gottesdiensten teil, als in den Gottesdiensten in unseren Gemeinden in normalen Zeiten. Der Heilige Geiste wirkte weiter, und wir haben erkannt, dass „wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (aus 2. Korinther 3,17). Und wenn wir es zulassen und es wollen, verwandelt der Geist des Herrn uns weiterhin.

Diese Freiheit hat die Pandemie nicht genommen. Es wurde uns umso mehr bewusst, dass wir Herr unseres eigenen Schicksals bleiben, obwohl viele die Hoffnung verloren hatten und die Welt um uns herum im Chaos versank. Als Gotteskinder blicken wir immer noch mit Zuversicht in die Zukunft und können unserem himmlischen Vater aus freien Stücken dienen. Der Dienst an unseren Mitmenschen hat sogar einen neuen, intensiveren Schwerpunkt bekommen. Schon allein durch die Liebe Christi können wir gute Werke tun, die sich in guten Taten an unserem Nächsten äußern. In der „neuen Normalität“ haben wir gelernt, uns anzupassen und miteinander in Kontakt zu bleiben und dafür innovative Wege zu finden. Niemand braucht sich isoliert oder allein zu fühlen oder das Gefühl zu haben, dass man ihn um seine Freiheit „beraubt“ hat.

Nun finden in vielen Gemeinden wieder Gottesdienste statt und es gibt viele Herausforderungen. Der Stammapostel hat kürzlich mit dem Bibeltext aus 1. Petrus 5,7 gedient: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ Christus nimmt uns unsere Sorgen. Petrus sagt sogar, dass wir unsere Sorgen auf Gott werfen sollen, die materiellen wie die geistlichen. Das wollen wir in aller Demut und mit großer Entschlossenheit tun, dann gelingt es. Er ist der Größte und kennt uns und unsere Kämpfe und Bedürfnisse besser als wir selbst. Wenn wir ihn an erste Stelle setzen, wird uns alles andere zufallen. Das erleben wir immer wieder bei unseren Geschwistern. Sie lassen sich durch nichts von ihrer Beziehung zum himmlischen Vater abbringen. Die Lebensbedingungen, auch wenn sie durch die Pandemie erschwert sind, hindern sie nicht daran, in der Freiheit zu stehen, die Christus für sie erwirkt hat.

Wir sind Herr unseres Schicksals und streben weiter nach der vollkommenen Freiheit: das Reich Gottes und die ewige Gemeinschaft mit ihm.

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John Sobottka
6.10.2020
Bezirksapostelhelfer, Motto