Nicht alle Menschen sind gleich und das ist ganz normal. Ein offener Blick, ehrliche Antworten und kleine Schritte im Alltag helfen, dass Inklusion für Kinder selbstverständlich wird.
Viele Menschen mit einer Beeinträchtigung können ihren Alltag mit Hilfsmitteln und guter medizinischer Versorgung selbstständig bestreiten. Trotzdem gibt es noch zahlreiche Hürden für sie. Viele davon entstehen durch Unverständnis oder Ablehnung durch Mitmenschen. Besprechen wir mit unseren Kindern deshalb immer wieder, dass es völlig normal ist, wenn nicht alle Menschen gleich sind. Manche sehen wie ein Adler, andere brauchen eine Brille. Dasselbe gilt fürs Hörgerät oder einen Rollstuhl. Und wenn Kinder dazu Fragen stellen, wollen wir offen und ehrlich Antwort geben, so gut wir können. Und wir können zu Hause gemeinsam für Personen beten, die eine Beeinträchtigung haben.
Wenn wir offen und ohne Vorurteile auf Menschen mit einer Beeinträchtigung zugehen, so wie Jesus es uns vorgelebt hat, helfen wir mit, dass Inklusion für unsere Kinder selbstverständlich wird. Es ist ein bisschen wie bei einem Geschenk: da kommt es auch auf den Inhalt an und nicht auf die Verpackung. Unser Körper ist nur der sichtbare Teil. Spätestens in der neuen Schöpfung werden all diese Unterschiede verschwinden.
Und mal ehrlich: Wir alle haben doch die eine oder andere Macke oder Eigenschaft, die uns im Alltag manchmal beeinträchtigt, oder? Dies kann mit Kindern auf eine offene und auch humorvolle Art zum Beispiel mit dem Buch Alle behindert? aus dem Klett Verlag besprochen werden. Da gibt es nicht nur Informationen zu Trisomie 21, Autismus oder Gehörlosigkeit, sondern auch zu Beeinträchtigungen namens „Rüpel“, „Angeber“ oder „Essensnörgler“.
6 Tipps für den Alltag
Das können Eltern eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen tun:
- Offen die Probleme und Bedenken, z. B. in Bezug auf den Sitzplatz, den Unterricht etc., ansprechen. Ihr wisst am besten, was euer Kind braucht.
- Bei der Geburt eines Kindes mit einer Beeinträchtigung, nach einem Unfall oder beim Umzug in der neuen Gemeinde: nach einem Gottesdienst über die Beeinträchtigung informieren und so Berührungsängste abbauen.
So kann die Gemeinde Hürden ab- und Brücken aufbauen:
- Bei Anlässen die speziellen Bedürfnisse der Kinder im Hinterkopf haben und bei der Planung berücksichtigen, damit es keine Ausgrenzung gibt. Bei Unklarheiten die Eltern direkt fragen, welche Anpassungen nötig sind.
- Bei Kirchencafé oder Gemeindeanlass Spiele oder Parcours anbieten (Braille-Schrift lesen, mit verbundenen Augen etwas zusammensetzen/sortieren, Lippenlesen, im Rollstuhl eine Stufe überwinden …). Ein Perspektivenwechsel tut allen gut.
- Lieder mit Gebärden untermalen. Das macht richtig Spaß und sieht schön aus.
- Unterricht den Möglichkeiten des Kindes anpassen. Räume tauschen, wenn Treppen im Weg sind.
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